Zentralrat der Juden fordert Verbot von Demonstration

Zentralrat der Juden fordert Verbot von Demonstration

Der Zentralrat der Juden hat zum Protest gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration am Samstag in Berlin aufgerufen. Die Demonstration sei antisemitisch und eine islamistische Propagandaveranstaltung gegen Israel, teilte der Zentralrat am Montag mit.

«Uns ist es unverständlich, dass diese Demo Jahr für Jahr genehmigt wird. Sollte sich die Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht verhindern lassen, erwarten wir strikte Auflagen sowie die konsequente Ahndung bei Verstößen.» Die geplante Gegen-Demonstration am Samstagnachmittag (15.00 Uhr) in Berlin-Charlottenburg sollte unterstützt werden.
Im vergangenen Jahr nahmen 1600 Menschen an dem Al-Kuds-Marsch teil. Sie forderten ein eigenständiges Palästina und griffen Israel in Sprechchören an. Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Demonstration kurz danach scharf kritisiert und es bedauert, dass sie sich nicht verbieten lasse. Der Aufmarsch der radikalen Muslime sei zwar «unerträglich» und reize die Grenzen der Versammlungsfreiheit aus. Ein Verbot unterliege aber hohen Hürden.
Die Polizei hatte Fahnen mit Bezug zur Terrororganisation Hisbollah beschlagnahmt und Sprechchöre mit dem Inhalt «Israel Kindermörder» dokumentiert. Auch ein Hitler-Gruß wurde gezeigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. Mai 2019 16:00 Uhr

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