DRK für Platzgarantie im Freiwilligendienst

DRK für Platzgarantie im Freiwilligendienst

Wer sich ein Jahr lang sozial engagieren will, sollte einen Anspruch auf einen Platz in einem Freiwilligendienst haben. Das fordert das Deutsche Rote Kreuz. Aus Sicht der Präsidentin hätte dies für die Gesellschaft Vorteile.

Eine Rettungssanitäterin des Deutschen Roten Kreuzes

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Eine Rettungssanitäterin steht vor einem Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes. Foto: Bernd Weissbrod/Archivbild

Berlin (dpa) - Wegen der hohen Bewerberzahlen bei Freiwilligendiensten hat sich die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes für einen Rechtsanspruch auf einen solchen Platz ausgesprochen. Es sei ein nicht unerhebliches Potenzial an jungen Leuten da, die sich in die Gesellschaft einbringen wollten. «Dieses Potenzial sollten wir nutzen. Es trägt mit Sicherheit dazu bei, dass die Gesellschaft noch ein Stück weit reicher wird», sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Berlin.
Darüber hinaus bekräftigten Hasselfeldt und der DRK-Generalsekretär Christian Reuter zwei weitere Forderungen: Zum einen fehle Geld für die Umstellung der Ausbildung in Pflegeberufen, zum anderen mangele es an Mitteln für eine Vorbereitung auf Krisenfälle in Deutschland.
Ihr sei klar, dass ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einem Freiwilligendienst nicht sofort umzusetzen sei, sagte die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin und CSU-Politikerin. Daher plädiert sie zunächst für eine Aufstockung der Plätze. Für viele jüngere Menschen sei der Dienst ein Einstieg in einen sozialen Beruf, so Hasselfeldt. Angesichts des Fachkräftemangels in Pflegeberufen und Kitas gewinne der Ausbau der Freiwilligendienste daher zunehmend an Bedeutung.
Einen verpflichtenden sozialen Dienst halte sie hingegen nicht für sinnvoll, so die Präsidentin. «Der Dienst am Menschen ist nicht etwas, was man verordnen kann. Das muss aus dem Inneren kommen.» Das DRK bietet laut einem Sprecher rund 12 000 Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr und rund 3000 Plätze im Bundesfreiwilligendienst an. In der Regel kommen etwa zwei Bewerber auf einen Platz.
Für die Umstellung der Pflegeausbildung 2020 benötigen die Schulen aller Träger laut DRK bundesweit eine Anschubfinanzierung von rund 300 bis 400 Millionen Euro. «Der Bund sagt, er fühlt sich dafür nicht zuständig». Das Angebot der Länder sich zu beteiligen tendiere gegen Null, kritisierte Hasselfeldt. Ab 2020 wird die Pflegeausbildung neu geregelt, Berufe werden zusammengelegt. Unter anderem müssten dafür Lehrpläne neu entwickelt werden, betonte Reuter. Er fürchte, dass bei fehlender Finanzierung ein ganzer Ausbildungsjahrgang wegfalle.
Hasselfeldt warb zudem erneut für ein Konzept des DRK und anderer Hilfsorganisationen zur besseren Vorbereitung auf Krisenfälle. Das Konzept sieht vor, dass an zehn Standorten in Deutschland Lebensmittel, Feldbetten und Medikamente für Katastrophen vorgehalten werden. Sie hoffe, dass der Bund im Haushalt 2020 zumindest für einen Standort Geld genehmige. Für die Versorgung von 5000 Menschen an einem solchen Standort seien rund 16 bis 18 Millionen Euro nötig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 8. Mai 2019 14:40 Uhr

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