Neue Buslinie bringt Obdachlose zu Hilfspunkten

Neue Buslinie bringt Obdachlose zu Hilfspunkten

An diesem Freitag startet Berlins erste Buslinie für Obdachlose. Mit den zwei Bussen will die Genossenschaft Karuna sie an Orte bringen, wo sie Hilfe bekommen können, wie Vorstandsmitglied Jörg Richert am Donnerstag erklärte.

Das Angebot richtet sich demnach an Menschen, die krankheitsbedingt ihren Aufenthaltsort nicht verlassen können, etwa weil sie im Rollstuhl sitzen. Auch wird freiwilligen Helfern die Möglichkeit geboten, sich zu engagieren. Das Projekt ist dauerhaft angelegt und wird von der Senatsverwaltung für Soziales mit 200 000 Euro pro Jahr gefördert.
Von Montag bis Donnerstag verkehren die Busse den Angaben zufolge auf einer festen Linie. Haltestellen sind: der Treptower Park, die Rummelsburger Bucht, das Bahnhof Lichtenberg, der Leopoldplatz und der Mariannenplatz. Auf dem Mariannenplatz machen die Busse jeden Freitag ganztägig Station. Obdachlose sollen sich dort ausruhen, die Haare schneiden lassen oder Spiele spielen können. Einer der Busse ist mit einem Rollstuhllift ausgestattet. Die Fahrzeuge haben jeweils 16 Sitzplätze.
Kritik kam vom Humanistischen Verband, der nach eigenen Angaben selbst Träger mehrerer Wohnungslosen-Projekte ist. Viele Maßnahmen würden zu kurzfristig ins Leben gerufen, sagte die Bereichsleiterin Katrin Schwabow an die Adresse des Senats. Anstatt «auf Zuruf einzelner Träger Geld in den Haushalt zu stellen», wäre es sinnvoller, die Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege einzubeziehen.
Aus Sicht des Humanistischen Verbandes ist auch schwer vorstellbar, wie mit den Busfahrten die Habseligkeiten Obdachloser transportiert werden sollen. Diese ließen Betroffene meistens nicht zurück, sondern führten sie oft in Einkaufswagen mit sich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 2. Mai 2019 21:40 Uhr

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