Erzbischof wurde wegen Äußerungen zu Thunberg angefeindet

Erzbischof wurde wegen Äußerungen zu Thunberg angefeindet

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat wegen einer Kolumne zu den Schülerdemos gegen den Klimawandel nach eigenen Angaben heftige Anfeindungen erlebt. «Jedes Bild, jeder Vergleich hat seine Grenzen», sagte Koch der «Welt» vom Donnerstag. «Wenn jemand meiner Sicht nicht folgen will, soll und darf er sie kritisieren.» Viele Kommentierungen verdienten aber das Wort «Kritik» nicht, «das sind massive Verurteilungen und Beschimpfungen, die ich besser nicht zitiere. Das hat mich erschüttert.»

Erzbischof Heiner Koch

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Erzbischof Heiner Koch. Foto: Jens Kalaene/Archivbild

Man könnte unterschiedlicher Meinung sein, «aber Demokratie lebt vom Zuhören, vom Lernen, vom Offensein, vom Wahrnehmen, was der andere eigentlich sagen will. Diese Bereitschaft vermisse ich», so Koch.
Der Berliner Bischof sorgte für Aufsehen, indem er das Engagement der Schüler und der Aktivistin Greta Thunbergs in die Nähe biblischer Überlieferungen von Jesus Christus rückte. Die Freitagsdemos erinnerten ihn «ein wenig an die biblische Szene vom Einzug in Jerusalem», sagte er am Sonntag im RBB-Radio.
Zwar gehe es ihm nicht darum, die Schwedin zu einem weiblichen Messias zu machen. Er wolle aber daran erinnern, «dass unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche von Zeit zu Zeit echte Propheten braucht, die auf Missstände und Fehlentwicklungen hinweisen und Lösungswege vorschlagen».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. April 2019 16:00 Uhr

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