Botschaft gegen Hass: Imam aus Christchurch in Berlin

Botschaft gegen Hass: Imam aus Christchurch in Berlin

Drei Wochen nach dem Anschlag in Neuseeland hat der Imam der Al-Noor-Moschee in Christchurch Hass und Rassismus für die Tat verantwortlich gemacht. «Terrorismus hat keine Religion, keinen Glauben und keine Hautfarbe», sagte Gamal Fouda am Freitag bei einem Treffen mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh.

Imam Gamal Fouda

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Imam Gamal Fouda aus Christchurch, Neuseeland, spricht im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Lisa Ducret

Der Islam würde mit Vorurteilen belegt, um Menschen Angst zu machen und sie in die Arme von Terroristen zu treiben. Die Religion sei lang genug missbraucht worden. Der mutmaßlich rechtsextremistische Anschlag auf zwei Moscheen am 15. März solle Menschen nun dazu bewegen, Liebe statt Hass zu verbreiten, sagte der Imam.
Fouda hatte den Angriff nach eigenen Angaben aus nächster Nähe erlebt. Kurz nach Beginn des Freitagsgebets habe der 28-Jährige Angreifer das Feuer auf die Gläubigen eröffnet. Fouda gelang es, sich gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern zu verstecken. 50 Menschen wurden getötet. Derzeit werden noch 16 Verletzte in Krankenhäusern behandelt.
Auf seinem Europa-Besuch kommt der Imam mit Vertretern aus der Politik, Zivilgesellschaft und von unterschiedlichen religiösen Gemeinden zusammen. Zum Freitagsgebet wollte Fouda die Dar as-Salam Moschee in Berlin-Neukölln besuchen. Zuvor war er bereits in Hamburg aufgetreten. Weitere Stationen seiner Reise seien Istanbul, Brüssel, London und Paris, hieß es.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. April 2019 13:20 Uhr

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