Schüler-Verband «gespannt» auf kostenloses Schulessen

Schüler-Verband «gespannt» auf kostenloses Schulessen

Im Abgeordnetenhaus sorgte das geplante kostenlose Mittagessen an Schulen für eine kontroverse Debatte. Aus Sicht des Schüler-Verbands ist es ein guter Plan, auch wenn noch einiges getan werden muss.

Tabletts mit Essen

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Eine Küchenhelferin legt Stück Fisch auf einen Teller. Foto: Alexander Körner/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Der Landesschülerausschuss Berlin spricht sich für das geplante kostenlose Schulessen aus. «In unseren Augen ist das total wichtig, gerade auch für die Chancengleichheit», sagte Lucas Valle-Thiele, Sprecher des Verbands, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bisher sei die Qualität des Essens mangelhaft, die Mensen seien oftmals überfüllt. «Da weichen viele darauf aus, dass sie ihr eigenes Essen mitbringen oder schlimmer, dass sie eben nicht genug essen», erklärte Valle-Thiele. Die rot-rot-grünen Fraktionen planen, zum nächsten Schuljahr kostenloses Mittagessen in den Klassen eins bis sechs anzubieten. Außerdem soll es für alle besseres Essen in der Mensa geben.
Ein Maßnahmenpaket sieht außerdem vor, bis 2021 ein Konzept für vergünstigtes Essen an der Oberstufe vorzulegen. Für eine bessere Qualität beim Schulessen haben die Koalitionsfraktionen verschiedene geplante Maßnahmen dort zusammengefasst. Die Bezirke könnten dafür rund fünf Millionen Euro erhalten.
Vielerorts ist laut Verband auch die Situation in den Essensräumen «problematisch»: Die Räume seien oft extrem laut und voll. Wenn die Mahlzeiten nicht mehr kostenpflichtig seien, würde das das Problem nur noch verschärfen. «Was den Essensraum angeht, wäre es ja auch eine Möglichkeit, dass man das mehr öffnet», erklärte Valle-Thiele. Schüler könnten zum Beispiel zum Essen auch in andere Räume gehen. Allerdings müsste man dann schauen, dass das Geschirr auch wieder zurückgebracht wird. Mit Blick auf die zu lösenden Probleme ist der Landesschülerausschuss «gespannt» auf die Umsetzung.
Aktuell prüft der Senat noch, wie viele Schüler in Zukunft zum Mittagessen in die Mensa gehen. Auf Bezirksebene soll zunächst der Bedarf pro Schule ermittelt werden, wie aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Abgeordnete Regina Kittler hervorgeht. Dort wo es nötig ist, erhalten Schulen dann Hilfe bei der Umsetzung des kostenlosen Essens. Die Bildungsgewerkschaft GEW in Berlin rechnete zuletzt mit 9000 zusätzlich zu verpflegenden Kindern durch das kostenlose Schulessen. Sie forderte deshalb, personelle und räumliche Voraussetzungen für die steigende Nachfrage zu schaffen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 22. März 2019 15:30 Uhr

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