Wiederaufbau von Berliner Synagoge soll 2023 beginnen

Wiederaufbau von Berliner Synagoge soll 2023 beginnen

Der geplante Wiederaufbau einer Synagoge in Berlin-Kreuzberg soll möglichst am 9. November 2023 beginnen - und damit 85 Jahre nach der Zerstörung des jüdischen Gotteshauses während der Novemberpogrome der Nazis. Das teilte das Kuratorium des Projekts am Freitag in einem «Manifest» mit.

«Je weiter die Judenverfolgung, die Shoah, das NS-Terrorregime in die Vergangenheit rücken, umso ungenierter tanzen die Ewiggestrigen, die Antisemiten, Rassisten und neuen Nazis auf dem Baumstamm ihren Veitstanz und versuchen so, den Verfallsprozess der Erinnerung noch zu beschleunigen», heißt es dort. «Wir wollen ein starkes, ein solides, ein steinernes Zeichen gegen das Vergessen setzen.» Die neue Synagoge solle ein Ort des gesellschaftlichen Miteinanders, des Austauschs und der Toleranz sein.
Der Neubau am Fraenkelufer soll sich architektonisch an der Synagoge orientieren, die dort 1916 eröffnet und 1938 zerstört worden war. Initiator des Projekts ist der SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh. Dem Kuratorium, das das Vorhaben voranbringen und um Spenden werben soll, gehören unter anderem Friede Springer, Hauptaktionärin des Medienhauses Axel Springer («Bild», «Die Welt»), sowie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) an. Dabei sind zudem weitere Politiker, Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Muslime sowie aus Wirtschaft und Medien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. März 2019 16:50 Uhr

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