Günther nennt neuen Kleingartenplan «gute Nachricht»

Günther nennt neuen Kleingartenplan «gute Nachricht»

Kleingärten sind für ihre Besitzer oft kleine Paradiese, gerade in der Großstadt. Nun gibt es Unruhe, weil 900 Parzellen für Bauprojekte geopfert werden sollen. Senatorin Günther ordnet diese Zahl ein.

Kleingartenanlage Berlin

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Burkhard Träder, Vorsitzender der Kleingartenanlage «Am Kienberg» geht durch die Anlage. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/ für die Grünen) hat den neuen Kleingartenplan des Senats als gute Nachricht für die Laubenpieper bezeichnet. «Wir werden Berlins einzigartige Kleingarten-Vielfalt erhalten, weil sie für das Stadtklima, für den Bodenschutz und für die Erholung unverzichtbar ist», sagte Günther am Donnerstag vor Journalisten.
Mit gut einem Prozent werde in den kommenden Jahren nur ein sehr kleiner Teil der Parzellen für Schulen, Kitas, Turnhallen oder Verkehrsprojekte weichen müssen. Es handele sich um 900 Kleingärten in 15 Anlagen und auf weiteren Flächen. «Das ist ein Anerkenntnis der Relevanz der Kleingärten etwa für das Stadtklima.»
Aktuell gibt es in Berlin 71 000 Kleingärten, die sich größtenteils auf Landesflächen, aber auch auf Privatgrund befinden, etwa Arealen der Deutschen Bahn. Der überwiegende Teil ist den Angaben zufolge ohnehin dauerhaft gesichert.
Rund 6630 Kleingärten - gut neun Prozent - sind perspektivisch für Wohnungsbau, Verkehrsachsen oder Gewerbeentwicklungen vorgesehen. Gleichwohl soll der Bestandsschutz für die meisten davon laut Kleingartenplan bis ins Jahr 2030 verlängert werden. Bisher galt er bis 2020.
Dagegen werden rund 900 Parzellen bis 2030 schrittweise beräumt, um Platz für andere Projekte zu schaffen. Vertreter der Laubenpieper kritisieren das. Die betroffenen Kleingärtner werden nach Angaben Günthers entschädigt und können mit durchschnittlich 7000 Euro pro Parzelle rechnen. Zudem sollen ihnen Ersatzflächen angeboten werden, die jedoch tendenziell kleiner sind als die heutigen. Diese befinden sich etwa in Lichtenrade (Blohmstraße) und in Britz und Buckow (Leonberger Ring).
Von Räumung betroffen sind unter anderem Laubenpieper im Bereich der Rudolf-Wissell-Brücke, die aufwendig neu gebaut werden soll. Parzellen der Anlage Eschenallee müssen für eine Schule, Kita oder Sporthalle weichen, Parzellen am Hansakorso ebenfalls in Tempelhof-Schöneberg für eine Kita. Das trifft auch für die Anlage Immergrün in Marzahn-Hellersdorf zu. Kleingärten müssen auch zum Beispiel für die Nordumfahrung Köpenick oder nahe der Bornholmer Straße für eine Turnhalle aufgegeben werden.
Für den Wohnungsbau werden nach den Worten Günthers bis 2030 keine Kleingärten geopfert. «Die Erwartung ist, dass wir mit dem neuen Kleingartenentwicklungsplan die Wohnungsbauziele schaffen», sagte die Senatorin dazu.
Nach ihren Worten will sich der Senat auch bemühen, für etwa 5000 Parzellen auf Privatgelände, die im Flächennutzungsplan ebenfalls als Bauland ausgewiesen sind, gute Lösungen zu finden. Hier sei eine Bebauung nicht immer tatsächlich auch vorgesehen. Allerdings seien die Einflussmöglichkeiten des Landes hier gering.
Der nun vorliegende Entwurf für den Kleingartenentwicklungsplan soll Günther zufolge nun mit den Laubenpieper-Verbänden und anderen diskutiert werden. Im zweiten oder dritten Quartal werde sich der Senat damit befassen. Bis Ende des Jahres solle das Vorhaben dann vom Abgeordnetenhaus endgültig beschlossen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. März 2019 20:30 Uhr

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