Keine Einigung zu geschasstem Vize-Gedenkstättenchef

Keine Einigung zu geschasstem Vize-Gedenkstättenchef

Im Rechtsstreit um den Rauswurf des Vize-Direktors der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen wegen Sexismusvorwürfen ist ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Berlin erfolglos geblieben. Der Fall werde nun in einem Kammertermin voraussichtlich im September verhandelt, kündigte der Vorsitzende Richter am Montag an.

Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen

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Die Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Foto: Paul Zinken/Archiv

Für den Kläger sagte einer seiner Anwälte am Rande der Verhandlung, sexuelle Übergriffe habe es nicht gegeben. Sein Mandant wolle sich in einer «nüchternen und objektiven Atmosphäre» zu den Anschuldigungen äußern. Auch die beklagte Stiftung «Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen» hatte keinen Vergleichsvorschlag vorgelegt.
Der langjährige stellvertretende Gedenkstätten-Leiter hatte nach seinem Rauswurf im September 2018 die Klage eingereicht. Zu den Vorwürfen hatte sich der 59-Jährige bislang nicht öffentlich geäußert. Mehrere Volontärinnen, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen hatten der «Führungsetage» sexistisches Verhalten vorgeworfen und an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sowie Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geschrieben. Lederer ist auch Vorsitzender des Stiftungsrats.
Das Gremium beschloss die Kündigungen des Stellvertreters sowie des Gedenkstätten-Direktors Hubertus Knabe. Diesem wurde zur Last gelegt, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung durch seinen Stellvertreter vorgegangen zu sein. Knabe wies die Vorwürfe zurück. Der Rechtsstreit um seine Abberufung wurde mit einem Vergleich beendet und der Chefposten in Hohenschönhausen neu ausgeschrieben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 25. Februar 2019 13:00 Uhr

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