Berliner Behörden kaufen künftig umweltverträglich ein

Berliner Behörden kaufen künftig umweltverträglich ein

Die Berliner Behörden und Landesbetriebe sollen bei der Beschaffung von Papier, Computern, Bekleidung oder Autos stärker als bisher auf Umweltstandards achten. Der Senat verschärfte dazu am Dienstag die entsprechenden Vorschriften, die zum Beispiel auch für Möbel, Bauprojekte, Glühbirnen oder Krankenhaus-Bettwäsche gelten. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt wurde dazu ein Kriterienkatalog erarbeitet, in dem etwa Umweltsiegel eine größere Rolle spielen. Bei Bürogeräten oder Kühlschränken soll nur noch Ware mit den besten Energie-Verbrauchswerten gekauft werden.

Regine Günther

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Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen). Foto: Jörg Carstensen/Archiv

«Berlin wird damit bundesweit zum Vorreiter für umweltverträgliche Beschaffung von Gütern, Geräten, Bau- und Dienstleistungen», sagte Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen). Nach ihren Angaben lösen rund 2000 sogenannte Beschaffungsstellen im Land Berlin pro Jahr Aufträge im Wert von etwa fünf Milliarden Euro aus. «Wir haben damit einen riesigen Hebel in der Hand, den wir auch einsetzen wollen.» Das spare am Ende auch Geld - obwohl ökologische Produkte in der Anschaffung zunächst oft teurer sind.
Eine besondere Baustelle ist der Landes-Fuhrpark. Denn für Polizei, Feuerwehr oder Verkehrsbetriebe bieten Hersteller oft noch keine befriedigenden emissionsarmen Lösungen in ausreichender Stückzahl an. Das gilt Günther zufolge auch für die Dienstwagen der Senatoren, von denen vier inzwischen zumindest auf Hybridautos umgestiegen seien.
Regierungschef Michael Müller (SPD) steht in der Kritik, weil sein gepanzerter S-Klasse-Mercedes mit hohem Spritverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß laut Deutscher Umwelthilfe der umweltschädlichste Wagen aller Länderchefs ist. Nach Angaben von Senatssprecherin Claudia Sünder läuft die Suche nach Alternativen, ein Modellwechsel sei voraussichtlich zum Jahresende möglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. Januar 2019 17:10 Uhr

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