Opferbeauftragter: Viele nehmen Rechte nicht in Anspruch

Opferbeauftragter: Viele nehmen Rechte nicht in Anspruch

Berlins Opferbeauftragter Roland Weber plädiert dafür, dass Polizei und Behörden verstärkt auf Opfer von Verbrechen zugehen. «Damit diese ihre Rechte endlich kennenlernen», sagte Weber dem «Tagesspiegel» (Dienstag). In Deutschland nähmen höchstens zehn Prozent der Betroffenen ihre Rechte in Anspruch. Weber, der sich nach dem islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche vor zwei Jahren um zahlreiche Opfer mitgekümmert hatte, verwies auf die Niederlande, wo Opfer von der Polizei gefragt werden, ob sich zeitnah Hilfsorganisationen melden dürften.

Roland Weber

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Roland Weber sitzt in einem Saal vom Landgericht. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Aus den Fehlern bei der Betreuung von Opfern und Hinterbliebenen des Terroranschlags sei aber gelernt worden, betonte Weber. Berlin habe ein funktionierendes Netzwerk zwischen Behörden, Einrichtungen, Hilfsorganisationen und Kliniken als Zentrale Anlaufstelle für Terroropfer eingerichtet. «Weiterhin ist nun auch das Bewusstsein da, dass man sich schneller und anders um die Betroffenen kümmern muss.» Die damaligen Versäumnisse und Taktlosigkeiten seien durch Überlastung, dogmatisches Anwenden von Vorschriften und Gedankenlosigkeit entstanden.
Am Mittwoch erinnern an der Gedächtniskirche Politiker an die zwölf Todesopfer des Anschlags vom 19. Dezember 2016, zahlreiche Verletzte sowie Hinterbliebene. Um 10.00 Uhr legt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) einen Kranz am Mahnmal auf dem Breitscheidplatz nieder.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 18. Dezember 2018 11:10 Uhr

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