Scheeres will bessere Bezahlung im Kinderschutz erreichen

Scheeres will bessere Bezahlung im Kinderschutz erreichen

Sie sollten Kinder schützen, klagen aber schon lange über fehlendes Personal und zu viel Arbeit: Zur Entlastung der Jugendämter will sich Berlins Bildungs- und Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) für eine bessere Bezahlung der Angestellten im Bereich Kinderschutz stark machen. Die hohen Anforderungen der Tätigkeit spiegelten sich bisher nicht im Gehalt wider, erklärte Scheeres am Montag auf Anfrage.

Schattenbilder

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Schatten von streitenden Menschen sind in einer gestellten Szene an der Wand zu sehen. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

«Berlin wird sich deshalb bei den anstehenden Tarifverhandlungen Anfang 2019 mit Nachdruck für eine bessere Bezahlung einsetzen.» Dies ist ein Aspekt in einem Eckpunktepapier, auf das sich die Bildungs- und die Finanzverwaltung geeinigt haben. Darüber hatte zuerst der «Tagesspiegel» berichtet.
Das Eckpunktepapier zielt auf die Stärkung der sogenannten Regionalen Sozialpädagogischen Dienste (RSD) in den Jugendämtern - eine Anlaufstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche bei Erziehungsfragen und familiären Problemen in den Bezirken. Beklagt wird dort seit Jahren Personalnotstand: Sozialarbeiter- und pädagogen seien überlastet, die Fluktuation hoch und der Kinderschutz könne nicht mehr gewährleistet werden, heißt es im Eckpunktepapier. Die Zahl der vakanten Stellen im RSD ist seit Juli 2018 etwas gesunken, von 144 auf rund 120 (Stand 1. September bei insgesamt rund 892 Stellen).
Eine bundesweite Studie hatte im Mai gezeigt, dass Mitarbeiter im Kinderschutz pro Kopf zu viele Fälle zu bearbeiten haben - zwischen 50 und 100. Das Fallaufkommen und die Personalsituation hätten in den vergangenen Jahren oftmals nur das Einschreiten im Akutfall erlaubt, sagte die Leiterin des Jugendamts Berlin-Mitte, Monika Goral, damals.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 19. November 2018 13:30 Uhr

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