Deutsche Bahn will sturmsicherer werden

Deutsche Bahn will sturmsicherer werden

Mit bis zu 205 Stundenkilometern wüteten die Sturmtiefs «Xavier», «Herwart» und «Friederike» zuletzt über Deutschland. Die Deutsche Bahn leidet besonders unter den Folgen der Stürme. Nun hat sie eine neue Strategie.

Baumpflege an Bahnstrecken

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Bahnförster Tobias Korb demonstriert die Überprüfung von Bäumen an Bahnstrecken. Foto: Arne Immanuel Bänsch/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Die jüngsten Stürme haben Deutschland schwer getroffen. Mit dem «Aktionsplan Vegetation» will die Deutsche Bahn besser auf derartige Extremwetterlagen vorbereitet sein. In dessen Rahmen beschäftigt allein die Stadt Berlin neun neue Forstwirte und Experten, um den Baumbestand in Gleisnähe zu untersuchen. «Manche Bäume sehen über der Erde gesund aus, sind aber im Wurzelwerk geschädigt», erklärte Bahnförster Tobias Korb am Donnerstag. Diese könnten leicht auf die Gleise stürzen und den Zugverkehr stillegen.
Der Aktionsplan ist eine Reaktion auf die schweren Herbststürme des vergangenen Jahres. 2017 musste die Bahn zahlreiche Zugstrecken sperren und Oberleitungen reparieren - und kam so auf Sturmschäden in Höhe von 60 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte bislang zwar bereits mehr als 1000 Mitarbeiter im Vegetationsmanagement. Doch gerade für die genaue Inspektion der Bäume blieb nicht genug Zeit.
«Hohle Stämme, Wurzelfäule oder Pilze konnten bei der Bestandskontrolle oftmals nicht festgestellt werden», sagte Felix Gerhardt vom Naturgefahrenmanagement der Bahn. Doch die neuen Bahnförster seien mit moderner Technik ausgestattet. Mithilfe von Tablets werden problematische Bäume vermerkt und in Echtzeit übermittelt - und nicht wie bisher per E-Mail. Korb und seinen Kollegen stehen künftig zudem neue Klanghammer und Sondierstangen zur Verfügung. Damit können Stamm und Wurzelwerk auf mögliche Schäden untersucht werden.
Für die Umsetzung des Aktionsplans erhöht die Bahn ihr jährliches Budget für die Vegetationspflege von 100 auf 225 Millionen Euro. Damit sollen bundesweit 150 neue Bahnförster eingestellt werden - und die Kosten für Reparaturen und Ausfälle gesenkt werden. Doch Stephan Landrock von den DB Fahrwegdiensten äußerte auch Bedenken: «Es wird schwierig werden, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. Juli 2018 17:00 Uhr

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