Zeugen: Amri redete am Telefon nicht über Terrorplanung

Zeugen: Amri redete am Telefon nicht über Terrorplanung

Der spätere islamistische Attentäter Anis Amri hat 2016 in seinen abgehörten Telefongesprächen und Chats keine Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag gegeben. Das sagte ein damaliger Sachbearbeiter bei der Berliner Kriminalpolizei am Freitag im Untersuchungsausschuss zu dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt. Bei der Auswertung der abgehörten Kommunikation Amris seien im Sommer 2016 keine Punkte zum Thema Terrorismus festgestellt worden, sagte er.

Terroranschlag Breitscheidplatz

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Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Allerdings sei zunehmend bemerkt worden, dass Amri salafistischen, also radikalislamistischen, Ideen anhänge. So habe Amri damals über einen Mitbewohner gesagt, dass der kein echter Muslim sei, schilderte der LKA-Mitarbeiter. Gleichzeitig habe die Polizei durch das Abhören aber auch festgestellt, dass Amri sich selber nicht an die strikten Vorschriften des Islam, etwa ans Fastengebot im Ramadan, halte. Die Überwachung der Kommunikation Amris habe parallel viele Hinweise zu dessen Drogenhandel geliefert. Daher seien damals ja entsprechende Ermittlungen eingeleitet worden.
Bei dem Terroranschlag des Islamisten auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche starben am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 4. Mai 2018 13:10 Uhr

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