LKA-Dezernatsleiter gibt Fehler bei Beobachtung von Amri zu

LKA-Dezernatsleiter gibt Fehler bei Beobachtung von Amri zu

Ein hochrangiger Berliner Kriminalpolizist hat Fehler bei der Beobachtung des späteren islamistischen Attentäters Anis Amri im Jahr 2016 eingeräumt. Amri sei zwar im Frühling und Frühsommer observiert worden, dann habe man diese intensive Beobachtung aber beendet, weil es keine Erkenntnisse für terroristische Pläne und zugleich zu wenig Observationsteams bei der Polizei gegeben habe, sagte der frühere Leiter des LKA-Dezernats 54, zuständig für die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, am Freitag im Amri-Untersuchungsausschuss. «Das war ein Fehler, dass er dann später nicht mehr observiert wurde. Den hätte man sich wieder genauer anschauen müssen. Aber er hatte nicht mehr die hohe Priorität wie andere.»

Man habe Amri im Herbst 2016 mehr als Drogenhändler eingestuft und zunehmend weniger als potenzieller Terrorist. Das sei eine «Fehlentscheidung» gewesen. «Das kann man nicht schönreden», sagte der Kriminalpolizist.
Bei dem Terroranschlag des Islamisten auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche starben am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 20. April 2018 11:50 Uhr

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