Beobachtungsstelle: Mehr antisemitische Vorfälle gemeldet

Beobachtungsstelle: Mehr antisemitische Vorfälle gemeldet

Der Beobachtungsstelle RIAS sind mehr antisemitische Vorfälle in Berlin gemeldet worden - vor allem Anfeindungen etwa im Internet. Im vergangenen Jahr wurden 947 Fälle aufgenommen, wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin am Mittwoch mitteilte. Das seien 60 Prozent mehr gewesen als 2016.

Den Hauptgrund sieht Projektleiter Benjamin Steinitz darin, dass die Meldestelle bekannter werde, sich mehr Institutionen beteiligten und sich auch mehr Menschen trauten, ihre Erlebnisse zu melden. Ein tatsächlicher Anstieg antisemitischer Vorfälle könne ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, heißt es in dem Bericht.
In rund 690 Fällen seien Institutionen und Personen angefeindet worden oder es sei antisemitische Propaganda in Form von Schmierereien, Aufklebern und auf Versammlungen verbreitet worden. Die Anfeindungen passierten zur Hälfte online mit Mails oder in sozialen Netzwerken und richteten sich oft gegen jüdische und israelische Einrichtungen.
Die nicht-staatliche Beobachtungsstelle, die vom Senat gefördert wird, registrierte 18 Angriffe und 23 Bedrohungen. Das waren ähnlich viele wie 2016. Die Zahl der Sachbeschädigungen ging leicht zurück. Antisemitismus sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, mahnte Steinitz. Es präge den Alltag der Betroffenen. «Dafür muss es nicht zu einer Gewalttat kommen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 18. April 2018 15:00 Uhr

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