Aufatmen in Köpenick: Erster Sieg nach fünf Spielen

Aufatmen in Köpenick: Erster Sieg nach fünf Spielen

Der Jubel war groß - die Gefahr ist aber noch nicht gebannt. Fans und Union-Spieler feierten nach dem 1:0 bei St. Pauli minutenlang zusammen. Der Klassenerhalt ist zwar noch nicht sicher, aber nach fünf sieglosen Spielen konnten die Eisernen Selbstvertrauen sammeln.

Simon Hedlund

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Simon Hedlund (M) von Union Berlin jubelt mit seinen Mitspielern nach dem Tor. Foto: Jens Büttner

Berlin (dpa) - Nach dem Abpfiff im Hamburger Millerntor-Stadion gab es bei Spielern und Verantwortlichen des 1. FC Union Berlin kein Halten mehr. Kapitän Felix Kroos stürmte in Richtung Bank, um dort erst Trainer André Hofschneider und dann Präsident Dirk Zingler um den Hals zu fallen. Allen Union-Spielern und den 3000 mitgereisten Anhängern war die große Erleichterung nach 1:0-Erfolg beim FC St. Pauli - noch dazu in Unterzahl - anzumerken.
«Gerade am Millerntor zu gewinnen, ist ein verdammt gutes Gefühl. Das war ein verdienter Sieg, wir können etwas durchatmen», sagte der Ex-St.-Paulianer Dennis Daube nach dem ersten dreifachen Punktgewinn nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg.
Obwohl Union mit St. Pauli einen direkten und zuvor punktgleichen Konkurrenten distanzieren konnte, ist die Abstiegsgefahr vor dem nächsten Heimspiel am Samstag (1300 Uhr) gegen den ebenfalls um den Ligaverbleib bangenden 1. FC Heidenheim noch nicht gebannt.
«Die Liga ist sehr brutal. Ich glaube, dass man mit 40 Punkten noch nicht durch ist. In der Tabelle ist alles eng beieinander. Wir wollen unbedingt gegen Heidenheim nachlegen», meinte Mittelfeldspieler Daube.
Die Ultras, die die Fußballer nach dem letzten Auswärtsspiel bei Greuther Fürth (1:2) noch verbal stark kritisiert und zu mehr Einsatzbereitschaft aufgefordert hatten, waren diesmal rundum zufrieden. Beim Abklatschen am Gästeblock gab es viele Umarmungen. Auf der Tribüne feierten auch sechs Union-Spieler mit, die nicht im Kader standen oder verletzt waren.
Stürmer Sebastian Polter (Achillessehnenriss) hob beim Jubeln seine Krücken in die Höhe. «Es zeigt den Zusammenhalt, den es untereinander gibt», sagte Hofschneider nach dem ersten Auswärtssieg in dieser Saison unter seiner Regie.
In Hamburg konnte Union auch die kurzfristigen verletzungsbedingten Ausfälle von Torwart Jakob Busk (Fußverletzung) und Sechser Grischa Prömel (Knieprellung) kompensieren. Sie wurden durch Daniel Mesenhöler und Stephan Fürstner ersetzt. Der Däne Busk muss mehrere Wochen pausieren und wird in dieser Saison höchstwahrscheinlich nicht mehr spielen können. Als Ersatztorwart war erstmals bei einem Pflichtspiel Lennart Moser in den Union-Kader gerückt.
In der Verteidigung um den starken Abwehrchef Toni Leistner ließen die Gäste vor ausverkauftem Haus wenig zu. Und vorn konnte der Schwede Simon Hedlund mit seinem fünften Saisontor in der 80. Minute den letztlich verdienten Dreier sichern. Zuvor waren Steven Skrzybski (11./Pfosten), Daube (35., auf der Linie gerettet) und Hedlund (50./Latte) schon dicht dran am Führungstor.
Union überstand auch eine lange Phase in Unterzahl relativ problemlos, nachdem Verteidiger Marvin Friedrich in der 56. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. «Die Mannschaft hat die Situation gut angenommen. Die letzten Wochen waren nicht einfach», sagte Hofschneider.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 15. April 2018 16:00 Uhr

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