Kita-Sprachförderung für kleine Kinder greift nicht

Kita-Sprachförderung für kleine Kinder greift nicht

Die in Berlin bestehende Kita-Pflicht zur Sprachförderung vor allem von Kindern mit ausländischen Wurzeln erweist sich als wenig wirksam. Neue Zahlen der Bildungsverwaltung belegen, dass nur ein Bruchteil der in Frage kommenden Kinder tatsächlich an Sprachprogrammen in Kindergärten teilnimmt.

Kindertagesstätte

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«KiTa»-Graffiti. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck geht hervor, dass zwischen Ende Februar 2017 und Ende Februar 2018 gut 3000 Einladungen zur sogenannten Sprachstandsfeststellung an Familien versandt wurden, deren Kinder keine Kita besuchen. Nur 651 Kinder erschienen zum Sprachtest, 469 von ihnen fielen durch.
Diese sind nun eigentlich verpflichtet, in den 18 Monaten bis zur Einschulung eine Sprachförderung an einer Kita zu besuchen. Doch nur 56 taten das - also lediglich zwölf Prozent.
«Eine Gesellschaft scheitert, die es nicht schafft, Sprachvermittlung durchzusetzen», sagte Langenbrinck zu den Zahlen, über die am Donnerstag zuerst der «Tagesspiegel» berichtet hatte. «Ein Staat, der auf die Durchsetzung seiner Regeln verzichtet, verspielt den Respekt und die Glaubwürdigkeit. Die Verantwortungslosigkeit zwischen Senat und Bezirken muss aufhören.»
Kinder, die zum Zeitpunkt der Einschulung nicht richtig Deutsch können, haben nur wenig Zukunftschancen. Denn die Defizite können in der Schule kaum aufgeholt werden. Eine Sprecherin von Bildungs- und Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, an der verpflichtenden Sprachförderung dürften keine Abstriche gemacht werden. Sprache sei der Schlüssel zur Bildung, für Chancengleichheit und Teilhabe. Die Bezirke müssten das umsetzen und könnten etwa Bußgelder verhängen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 5. April 2018 16:30 Uhr

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