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Bild: BA M-H

Schloss Biesdorf verzauberte seine Gäste

Jugendsinfonieorchester Eröffnung der Innenräume Schloss Biesdorf
JSO Ltg. Jobst Liebrecht Bild: JAO

Vorträge, Ausstellungen, Führungen, Konzerte, eine Tanzperformance und Workshops begeisterten zum Tag des offenen Denkmals – Uraufführung als musikalische Hommage an das Schloss …

Endlich war es soweit: Bei sonnigem Herbstwetter wurde am Sonntag, dem 13. September 2015, um 11.30 Uhr die Flügeltür zum Portikus geöffnet, und Hunderte Bürgerinnen und Bürger strömten erwartungsvoll in das Schloss Biesdorf, um nach dem Wiederaufbau die neu gestalteten, lichtdurchfluteten Innenräume des Hauses zu besichtigen. Voller Freude begrüßte die Bezirksstadträtin für Jugend und Familie, Weiterbildung und Kultur, Juliane Witt, gegen 12 Uhr die zahlreichen Gäste, darunter den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Andreas Geisel, Mitglieder des Bezirksamtes, des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlung sowie zahlreiche andere prominente Gäste. Ausdrücklich würdigte Frau Witt in diesem Zusammenhang diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Erhalt und den Wiederaufbau des Schlosses verdient gemacht haben.

Zur feierlichen Eröffnung der Veranstaltung ergriffen dann der Senator Andreas Geisel, der Bezirksbürgermeister, Stefan Komoß, und der Vorsitzende des Vereins Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V., Dr. Heiner Niemann, das Wort. Alle Redner dankten vor allem den Architekten, den Projektsteuerern und den Bauleuten aus den verschiedenen Gewerken für die gelungene Arbeit sowie für die hohe Qualität der ausgeführten Arbeiten. Erinnert wurde dabei an die Mühen und Konflikte, die das Projekt mit sich brachte, aber auch an den unermüdlichen Elan einzelner Persönlichkeiten, darunter Herr Dr. Günter Peters (gest. 2013), ehemaliger Stadtbaudirektor von Berlin/Ost und wichtiger Initiator des Wiederaufbaus.

Zum Auftakt wurde ein anspruchsvolles Kulturprogramm offeriert: Als eine musikalische Hommage an das Schloss spielte das Jugendsinfonieorchester der Musikschule „Hans-Werner Henze“ Marzahn-Hellersdorf unter der Leitung von Jobst Liebrecht von Wolfgang Amadeus Mozart die Titus-Ouvertüre; es folgten der 1. Satz aus dem Doppelkonzert für zwei Violinen d-moll von Johann Sebastian Bach und dann die Uraufführung einer Komposition von Jobst Liebrecht: „8 voices to build a house“ – als besondere Referenz an die beteiligten Bauleute.

Viel Beifall gab es ebenso für die sich anschließende Tanzperformance „Schlossbilder“ der Deutschen Tanzkompanie unter der Regie von Lars Scheibner, Tanzatelier Marzahn, die die Gäste auf eine Entdeckungsreise in alle öffentlichen Räume des Hauses (ver)führte.

Das Schloss präsentierte sich an diesem Tag von außen noch als Baustelle, aber die Gäste konnten sich bei ihrem Besuch davon überzeugen, dass der Innenausbau in höchst professioneller Weise gelungen ist. Eine Fotoausstellung, erstellt von Werner Huthmacher, dokumentierte den schwierigen Weg des Wiederaufbaus, andere Expositionen und Vorträge vermittelten die wechselvolle Architektur- und Nutzungsgeschichte des Hauses.
So sprach Prof. Dr. Johannes Bähr von der Goethe-Universität Frankfurt/ Main über das Thema „Die Schlossherren Werner und Wilhelm von Siemens: Erfinder und Pioniere der Elektrotechnik und des Verkehrswesens“, und Prof. Arnold Körte referierte über Martin Gropius als Lehrer, Partner und Freund des Schlossarchitekten Heino Schmieden. Lebhaftes Interesse fand auch der Vortrag von Dr. Oleg Peters, der sein Buch „Heino Schmieden – Leben und Werk des Architekten“ vorstellte.

Die Gäste erhielten zudem einen lebhaften Eindruck davon, wie das Haus auf die spätere Nutzung als Schlossgalerie bereits vorbereitet ist. Kompetente Auskunft erhielten die zahlreichen Interessenten bei Führungen ab 15 Uhr mit Frau Prof. Mara Pinardi, mit dem Architekten Herrn Jan Schmidt und mit dem Leiter des PMS-Bau-Büros Herrn Alexander Pechmann.

Zu den besonderen Angeboten zählte an diesem Tag auch die Präsentation des Schülerprojektes des Bezirksmuseums mit dem Titel „Stuck für Stuck… Formen, Abgüsse und Restaurierung am Baudenkmal“, das in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-von-Siemens – Gymnasium erarbeitet wurde.
Viel Beachtung fanden ebenso junge Kunst aus Schülerprojekten unter der Leitung des Künstlers Christian Awe, Arbeiten aus Kitas des Bezirkes in Verantwortung der JAO g GmbH und von jungen Akteuren aus dem Flüchtlingsheim Blumberger Damm, die auf Initiative des Ateliers Uffrecht aktuell zum Thema Schloss entstanden waren.
Alle Ausstellungen wurden mit einem Konzert des Swing-Trios unter der Leitung von Hartmut Behrsing eröffnet – mit dabei Horst Würzebesser und Lucas Natschinski.
Für Begeisterung sorgte das Konzert des Kammerchores Biesdorf e.V. unter der Leitung von Herrn Sergi Gili Solé – mit einer musikalischen Zeitreise durch Europa auf dem Programm.

Zudem genossen die weit über 2.000 Gäste auch das kulinarische Angebot des Schloss-Cafés oder wandelten im Anschluss durch den ebenfalls denkmalgeschützten, vorbildlich gepflegten, wunderschönen Schlosspark.

Weitere Informationen im Fachbereich Kultur, Tel. 90293-4136, und bei der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V., Tel. 5613290.

Das Schloss ist bis zum Frühsommer 2016 weiterhin Baustelle und bleibt somit weiterhin geschlossen. Am 01. August 2016 wird das Schloss der Grün Berlin GmbH zur Nutzung übergeben.
Die Eröffnung der Schlossgalerie ist für den 9. September 2016, um 14 Uhr vorgesehen.

Von Messias bis Moderne – das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf wird 10 Jahre alt

In diesem Jahr feiert das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf sein 10jähriges Jubiläum. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 wird es von dem Dirigenten und Komponisten, dem ECHO-Preisträger Jobst Liebrecht geleitet. Ob in Fabrikhallen wie dem ORWO-Haus in Marzahn, in Kirchen, Turnhallen, auf Plätzen oder in renommierten Konzertsälen – immer wieder hat das JSO für Furore gesorgt. Unter den vielen Höhepunkten ragen hervor die Einspielung des „Plöner Musiktags“ von Paul Hindemith gemeinsam mit dem RSB Berlin ( als CD beim Label WERGO erhältlich ), eine Aufführung der „Schöpfung“ von Haydn mit Otto Sander als Sprecher und der AUDI-Jugendchorakademie im Berliner Dom sowie ebenfalls dort Mozartmessen mit dem Salzburger Domchor, ein großes Hindemith-Fest mit einem neu erbauten „Marzahner Trautonium“ im Kammermusiksaal der Philharmonie sowie Konzertreisen nach Salzburg, Waldsassen und Schwerin. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf trat das JSO über viele Jahre als Höhepunkt des alljährlichen „Classic Openair Helle Mitte“ vor Tausenden von Zuhörern auf . Es konzertierte auch. mit bekannten Popkünstlern wie LIFT, EB Davis oder der HipHopAcademy Hamburg. Ein bedeutsamer Schwerpunkt der Arbeit war von Anfang an die Neue Musik. Für das JSO wurden eigens Werke komponiert von George Dreyfus, Detlev Glanert, Moritz Eggert, Georg Katzer, Juliane Klein, Peter Koeszeghy, Jan Müller-Wieland, Bernd Redmann, Benjamin Schweitzer, Susanne Stelzenbach, Alexander Strauch, Helmut Oehring, Lothar Voigtländer und vielen anderen namhaften Komponisten. Eine besondere Freundschaft verband das JSO bis zu dessen Tod mit dem Namensgeber der Musikschule, Hans Werner Henze. Im Unterschied zu Jugendorchestern, die projektbezogen arbeiten, probt das JSO seit 10 Jahren Woche für Woche immer dienstags an seinem Probenort, der Aula der Schule am Pappelhof in Marzahn. Die Schülerinnen und Schüler der Hans-Werner-Henze-Musikschule werden dort bereits im Nachwuchsorchester von Orchesterleiter Jobst Liebrecht betreut und wachsen so über Jahre zu einem Ensemble zusammen. Das JSO stellt sich seiner Verantwortung im Bezirk. Viel Anklang fanden zuletzt Auftritte mit dem syrischen Oud-Spieler Ghaith al Shaar. Zur Wiedereröffnung von Schloß Biesdorf spielte das JSO im September 2015 ein Auftragswerk von Orchesterleiter Jobst Liebrecht. Im November 2015 tritt das JSO bei der Preisverleihung der „Goldenen Erbse“ der Märchenland e-V. im Konzerthaus Berlin auf und wirkt in Marzahn an einer Aufführung von Händels „Messias“ mit.

FESTKONZERT am 09.10.2015 im Börsensaal, Alte Börse, Zur Alten Börse 59, 12681 Berlin

„EIN TRAUM, WAS SONST – 10 JAHRE JSO

mit dem Jugendsinfonieorchester der Hans-Werner-Henze-Musikschule Marzahn-Hellersdorf
zum 10jährigen Jubiläum des Orchesters mit seinem Dirigenten Jobst Liebrecht

Uraufführung George Dreyfus: Festmusik für Marzahn-Hellersdorf
Violeta Dinescu: Memories
Leopold Mozart: Kindersinfonie
Johann Sebastian Bach: Doppelkonzert für 2 Violinen
Jobst Liebrecht: 8 voices to build a house
Auftragswerk der Hans-Werner-Henze-Musikschule
Wolfgang Amadeus Mozart: Titus-Ouvertüre

Solistinnen: Nadja Keller, Elisabeth Hähner