System soll Alarm schlagen bei Gefahr überfluteter Straßen

System soll Alarm schlagen bei Gefahr überfluteter Straßen

Busse pflügten durch Wassermassen, eine Frau versinkt inmitten einer tiefen Regenpfütze bis zur Hüfte im Gully. Diese Bilder aus dem Jahr 2017 sollen sich mit Hilfe eines Projekts nicht wiederholen.

Überflutung einer Straße in Berlin

© dpa

Nach Regenfälle in Berlin ist 2010 die Schlichtallee wegen Überflutung der Fahrbahn in Rummelsburg gesperrt. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Berliner Verkehrsteilnehmer sollen in Zukunft besser vor Starkregen und überfluteten Straßen geschützt werden. In einem neuen Forschungsprojekt geht es um den Aufbau eines Echtzeit-Informationssystem, das in solchen Fällen Alarm schlägt. Das gaben die Berliner Wasserbetriebe als Koordinator des Verbundvorhabens am Donnerstag bekannt. Ziel sei es, Unfällen vorzubeugen und Einsatz- und Rettungskräfte rechtzeitig über Verkehrslagen zu informieren. Das Projekt wird bis 2021 mit rund 3,5 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert.
Zunächst sollen bei dem Projekt «Sensare» Schwachstellen in der Stadt gefunden werden, etwa Straßen und Kreuzungen in Senken. Busse und Laster sollen Sensoren bekommen, die Daten über das Wetter und über Wasserstände erheben. Am Computer könne dann simuliert werden, wie hoch das Überflutungsrisiko ist und wie man Verkehrsteilnehmer in Zukunft unmittelbar um Gefahrenstellen herumleiten könnte - zum Beispiel über Ampelschaltungen und Navis.
In den Vorjahren zeigte sich, dass extreme Regenfälle die Berliner Kanalisation zum Überlaufen bringen können, so dass sich Wassermassen auch auf Straßen stauen. Im Zuge des Klimawandels rechnen Experten mit mehr außergewöhnlich großen Regenmengen binnen kurzer Zeit.
Im Sommer 2017 etwa gab es Überschwemmungen in der Stadt: Busse pflügten durch Wassermassen, über U-Bahn-Treppen ergossen sich Wasserfälle. Ein Video zeigte, wie eine Frau inmitten einer tiefen Regenpfütze bis zur Hüfte im Gully versinkt, weil der Deckel weggeschwommen und das Loch nicht zu sehen ist. Ein Jahr zuvor hatten Autos im Gleimtunnel in Gesundbrunnen teilweise bis zum Dach im Wasser gestanden und wurden umher getrieben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 13. Dezember 2018