Karaoke im Mauerpark: Bezirk erwägt Verbot

Karaoke im Mauerpark: Bezirk erwägt Verbot

In Berlin ist es längst Kult: Im Sommer treffen sich jeden Sonntag Hunderte zum Karaoke-Singen im Mauerpark. Doch für 2019 fehlt noch die Genehmigung der Bezirksverwaltung Pankow - sie sieht Gefahren für die Besucher der Veranstaltung.

Mauerpark

© dpa

Eine junge Frau singt und tanzt auf der Karaoke-Bühne im Mauerpark in Berlin.

Seit 2009 wird im Berliner Mauerpark gesungen: Im Sommer pilgern Sonntag für Sonntag Hunderte zum gemeinsamen Karaoke-Singen. Doch die Planung für die Karaoke-Saison 2019 stockt, denn die zuständige Bezirksverwaltung Pankow will die nötige Genehmigung für die Veranstaltungen derzeit nicht erteilen.

Mauerpark-Karaoke 2019 erst im Sommer?

Normalerweise findet das Open-Air-Event ab Ostern jeden Sonntagnachmittag im Amphitheater im Mauerpark statt. Doch 2019 will die Bezirksverwaltung die Veranstaltung frühestens ab Sommer genehmigen - wegen Sicherheitsrisiken, heißt es.

Mögliche Gefahren durch Bauarbeiten

Diese führt der Bezirk auf Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe zurück, die im Mauerpark Schächte an einem unterirdischen Staubecken errichten. Das soll bei Starkregen verschmutztes Regenwasser aufnehmen und nach und nach in das Klärwerk leiten. So wollen die Wasserbetriebe ein Überlaufen der Panke verhindern.

Anwohnerbeschwerden wegen Lärm

Im Mauerpark erkenne man durch die Bauarbeiten aber keine Gefahr, denn die Schächte seien ausreichend durch Zäune gesichert, betonte Astrid Hackenesch-Rump von den Wasserbetrieben auf Nachfrage. Ihr Kollege Stephan Natz sieht in der vermeintlichen Gefahr durch die Baustellen eher einen Vorwand. Mit dem Verbot solle für mehr Ruhe im Mauerpark gesorgt werden. Wiederholt hatten sich in den letzten Monaten Anwohner über zu viel Lärm beschwer.

Prominente Unterstützung für den Karaoke-Kult

Die Kritik an der Entscheidung des Bezirks ist derweil groß: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter äußerten zahlreiche Nutzer ihr Unverständnis. Auch der direkt am Mauerpark lebende Schriftsteller Wladimir Kaminer sowie der Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD) sprachen sich für die Fortführung der Veranstaltung aus. «In einer Zeit, in der Berlin immer teurer wird, ist es wichtig, dass ein öffentlicher Ort wie der Mauerpark erhalten bleibt und dass das, was hier am Sonntag mit Karaoke stattfindet, auch bleiben kann», sagte Mindrup in einem auf der Video-Plattform Youtube veröffentlichten Statement.

Endgültige Entscheidung steht aus

Die Bezirksverwaltung hat mittlerweile auf die Kritik reagiert: Aus dem Büro des zuständigen Bezirksstadtrats Vollrad Kuhn (Bündnis90/Die Grünen) hieß es am Mittwoch (13. März 2019) , die Lage im Mauerpark solle nochmals geprüft werden. Am Donnerstag sei hierfür ein Termin vor Ort geplant. Wann eine endgültige Entscheidung falle stehe aber noch nicht fest.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 13. März 2019