Berliner Restaurants und Hotels können wieder öffnen

Berliner Restaurants und Hotels können wieder öffnen

In Berlin können die wegen der Corona-Krise seit Wochen geschlossenen Restaurants und Gaststätten am 15. Mai wieder öffnen.

Gastronomie

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Hotels folgen dann am 25. Mai. Darauf verständigte sich der Senat am Mittwoch (06. Mai 2020). Gäste wie Personal müssen demnach angesichts der Corona-Pandemie Abstands- und Hygieneregeln einhalten.

Brandenburger Betriebe öffnen ebenfalls

Zuvor hatten die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Schalte am Nachmittag vereinbart, dass die Bundesländer über eine schrittweise Öffnung der Gastronomie selbst entscheiden können. Brandenburg verfährt genauso wie Berlin, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mitteilte.

Restaurants dürfen vorerst bis 22 Uhr öffnen

Restaurants durften in Berlin seit dem 18. März zunächst nur zwischen 6 und 18 Uhr öffnen und kurz darauf gar nicht mehr. Weiterhin erlaubt war nur der Außerhaus-Verkauf. Künftig dürfen sie bis 22.00 Uhr betrieben werden und das sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. Für die Gastronomie waren die Folgen der Corona-Krise besonders hart, weil viele Gaststätten zum Teil komplett auf Einnahmen verzichten mussten. Restaurant-Betreiber wiesen darauf hin, dass der Verlust anders als etwa im Handel auch nicht mehr aufzuholen sei.

Gastronomie besonders bedeutsamer Wirtschaftszweig in Berlin

In den vergangenen Wochen gab es regelmäßig Diskussionen über Lockerungen für die Branche. Entsprechende Vorschläge kamen von den Berliner Oppositionsparteien. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich zuletzt mehrfach dafür ausgesprochen, dass die Betriebe schrittweise wieder öffnen sollten. Die Gastronomie sei für Berlin ein besonders bedeutsamer Wirtschaftszweig.
Einige Bundesländer hatten bereits vor der Schalte mit der Kanzlerin auch für die Gastronomie Öffnungen in Aussicht gestellt. Das hatte auch den Berliner Senat unter Druck gesetzt.

Dehoga: Situation der Branche ist dramatisch

Nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga ist die Situation für die Branche dramatisch. Die große Mehrzahl der Betriebe habe in der achten Woche keine Umsätze mehr. Der Verband forderte am Mittwoch einen Rettungsfonds für die Betriebe und begrüßte die Lockerungen für die Branche, die in mehreren Bundesländern beschlossen wurden.

Strenge Richtlinien sind einzuhalten

«Es gilt, die Abstandsgebote und noch strengere Hygienevorschriften einzuhalten», so Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Mittwoch nach der Konferenz von Bund und Ländern. All das sei mit Mehrkosten für die Betriebe verbunden. Er gehe davon aus, dass aufgrund der Abstandsregeln nur 30 bis 50 Prozent des Vorjahresumsatzes erzielt werden könnten.
Für Berliner Gaststätten und Restaurants erarbeite der Dehoga Hygienevorschläge. In Restaurants könne die Aufenthaltsdauer für Gäste beschränkt werden, heißt es in den Unterlagen, die der Verband als Checkliste für Unternehmen online gestellt hat. Das Essensangebot soll demnach minimiert werden. Anstelle von Speisekarten zum Blättern könnten die Betriebe sie digital zum Download anbieten, so dass die Kunden sich ein Gericht auf dem Handy aussuchen könnten.

Buffets bleiben verboten

Hotels müssen wohl auf Frühstücksbuffets verzichten. Den Gästen solle dafür ein individuelles Frühstück angeboten werden, so der Verband. Im Wellnessbereich sei die Anzahl der Personen pro Sauna zu begrenzen. Beim Umgang mit den Gästen ruft der Dehoga die Beschäftigten auf, mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten und auf Körperkontakt wie Händeschütteln zu verzichten. Den Reinigungskräften in Hotels sollte möglichst ein eigenes Stockwerk mit den stets gleichen Zimmern zugewiesen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 6. Mai 2020