«Mensch Brandenburg!»: 30 Geschichten aus 30 Orten der Mark

«Mensch Brandenburg!»: 30 Geschichten aus 30 Orten der Mark

30 Jahre Wiedervereinigung, erzählt anhand von 30 persönlichen Geschichten in 30 Orten des Landes: In der Ausstellung «Mensch Brandenburg!» zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte die Einheits-Geschichte des Landes.

Ausstellung  «Mensch Brandenburg!»

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Besucher in der Sonderausstellung «Mensch Brandenburg! 30 Jahre, 30 Orte, 30 Geschichten».

Am ersten Tag hatte die Schau in dem nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffneten Haus am Sonntag (27. September 2020) bei freiem Eintritt regen Zulauf. Da wegen der Corona-Beschränkungen nur 30 Personen gleichzeitig in die Ausstellung dürfen, bildeten sich zeitweise Warteschlangen.
«Sie zeigt die Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Land», sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Samstag zur Eröffnung der Schau. «Damit stiftet sie ein Stück ostdeutsche Selbstvergewisserung und zeigt, dass Brandenburg die Summe seiner erfolgreichen Geschichten ist.»
In der Ausstellung gibt es etwa Braunkohle aus der Lausitz zum Anfassen, einen Ballen aus Chemiefasern, der den Kampf der Belegschaft um das Faserwerk im havelländischen Premnitz in den 1990er Jahren illustriert oder ganz plastisch die Hochwassermarken der Elbe bei Mühlberg (Elbe-Elster) bei Überschwemmungen. So wurde im August 2002 mit 10,11 Metern der Höchststand registriert, der durchschnittliche Wasserstand liegt dort bei 3 Metern.
Zentraler Ort der Ausstellung ist jedoch eine Videowand, wo 30 Brandenburger aus 30 Orten der Mark zu Wort kommen. Etwa der Umsiedler Jens Handreck aus Horno, dessen Dorf Anfang der Nullerjahre vom Braunkohletagebau Jänschwalde verschluckt wurde. «Das Schlimmste am Abbruch des alten Dorfes war die Sprengung der Kirche», sagt er. In der Ausstellung sind zwei Schlüssel der Kirche aus dem 15. Jahrhundert zu sehen.
Zu Wort kommt auch die Vermittlerin Frauke Postel, die sich als Mitgründerin des Mobilen Beratungsteams «vielerorts» im Kampf gegen den Rechtsextremismus engagiert: «Wir haben sehr viel dafür getan, dass Rechtsextremismus als ein politisches und gesellschaftliches Phänomen begriffen wird, nicht nur in den neuen Bundesländern.»
Die ehemalige Hausbesetzerin Helen Thein-Peitsch berichtet von der Szene, die Potsdam mit mehr als 70 illegal besetzten Häusern in den 1980er und -90er Jahren zu einer Hochburg der Hausbesetzer-Szene in Deutschland machte. «Ohne die Besetzungen in den 1980/90er Jahren würde es das Holländische Viertel heute so nicht geben», sagt sie.
Im Begleitprogramm gibt es in einer Ringvorlesung an neun Abenden Vorträge etwa zur Treuhand in Brandenburg, zur Rückkehr früherer Gutsbesitzer oder zur sozialen Lage im Land. Für den Schulunterricht gibt es im Internet Materialien für einen Workshop zu den Themen der Ausstellung.
EinheitsExpo (1)
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 28. September 2020