Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention

silhouetten von verschiedenen Köpfen mit Sprechblasen
Bild: FES Forum Berlin

Ziel und Gegenstand der Förderung

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den Verantwortlichen der Bezirke frühzeitig auf gesellschaftliche Konflikte zu reagieren und hierfür die Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention auszubauen. Gewaltprävention ist eine Querschnittsaufgabe. Deshalb wird im Rahmen der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention verschiedenen Formen von Gewalt und Kriminalität effizient und wirksamer durch ressort- bzw. sektorübergreifende Formen von Kooperation und Vernetzung begegnet. Bezirkliche Präventionsräte oder vergleichbare Arbeitsgremien entwickeln unter der Koordination der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und mithilfe wissenschaftlicher Expertisen übergreifende bezirkliche Präventionsstrategien. Auf der Grundlage eines abgestimmten Konzepts können Fördermittel für gewaltpräventive Projekte beantragt werden, wie z.B. für
  • aufsuchende (Jugend-)Sozialarbeit im öffentlichen Raum,
  • Prävention durch Sport,
  • Konfliktmediation,
  • transkulturelle Suchtarbeit,
  • schulische oder städtebauliche Präventionsmaßnahmen sowie
  • weitere quartierbezogene Maßnahmen.

Vorrangig werden Maßnahmen mit Modellcharakter gefördert.
Im Rahmen der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention stehen jedem Bezirk in Berlin seit 2018 jeweils 150.000,- € zur Verfügung. Im Jahr 2017 waren es 135.00,-€ pro Bezirk.

Umsetzungsstand

Der aktuelle Umsetzungsstand der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention zeigt, dass die Mittel der Landeskommission Berlin gegen Gewalt einen unverzichtbaren Beitrag zur Ausgestaltung der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalprävention in den Berliner Bezirken leistet. Durch die Förderung konnte die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort gestärkt werden (Link Handlungsleitfaden Aufbau Präventionsräte). Ein Ziel des Programms, den Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von Präventionsgremien auf bezirklicher Ebene zu fördern, ist erreicht. Alle 12 Bezirke haben inzwischen einen Präventionsrat oder ein vergleichbares Arbeitsgremium eingerichtet. Die Bezirke bewerten die Förderung durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt als gelungen. Als besonders hilfreich für die bezirkliche Präventionspraxis werden drei Punkte genannt, die nachfolgend kurz aufgeführt werden:
  • Realisierung von experimentellen gewaltpräventiven Projekten, die anderweitig schwer zu fördern sind,
  • die Förderung wissenschaftlicher Studien oder sozialraumorientierte Analysen zur Gewaltprävention und
  • der Auf- und Ausbau von Strukturen zur Vernetzung und Koordination im Bereich der Gewaltprävention.

Die umfassende Evaluation der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention (Stand 2019), die durch die Camino gGmbH durchgeführt wurde, ist ab 15. Juli 2020 unten zu finden. Im Anhang der Studie finden sich ebenso kurze Bezirksprofile, die Auskunft über die geförderten gewaltpräventiven Projekte geben.

Wissen, Vernetzung und Kooperation

Neben den finanziellen Mitteln der Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention, die an die Bezirke ausgegeben werden, unterstützt die Landeskommission Berlin gegen Gewalt die Entwicklung bezirklicher Präventionsstrategien und –projekte durch weitere Maßnahmen, wie z.B.
  • die Erstellung von Bezirksprofilen, die Wissen über die bezirkliche Gewalt- und Kriminalitätsbelastung auf kleinräumiger Ebene sowie zu verschiedenen Risiko- und Schutzfaktoren enthalten (Link Monitoring 2019),
  • verwaltungsinterne Austauschrunden, um bezirkliche Unterstützungsbedarfe zu identifizieren und Raum für Vernetzung zu bereitzustellen,
  • die Organisation von Fachdialogen zu bestimmten Themen.

Ansprechpersonen in den Bezirken

Nachstehend finden Sie die Liste mit den Ansprechpersonen für die Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention in den Bezirksämtern sowie Informationen zu den Präventionsräten in den einzelnen Bezirken.