Berliner Präventionspreis 2022

Eiskalte Nacht

Eiskalte Nacht

BPP 2022 – 1. Platz

„Eiskalte Nacht” – Ein Rap- und Videoprojekt zum Anschlag von Hanau am 19.02.2020

Die Gruppe „THUG LAIV” von Laiv – offener Kinder- und Jugendtreff

Der Anschlag in Hanau am 19.02.2020 hat uns tief getroffen. Es hätten auch wir sein können.
Das Gefühl der Ohnmacht haben wir überwunden, in dem wir realisiert haben, dass wir was machen müssen.

Theater ging nicht wegen Corona. Also haben wir Texte geschrieben, gerappt und ein Video gedreht. Die Texte wurden von den Jugendlichen geschrieben, nachdem sie intensiv recherchiert haben. Besonders wichtig war uns das Material aus den Erfahrungen und dem Wissen der betroffenen Familienangehörigen des Anschlags zu generieren. Wir haben den Song im eigenen kleinen Studio des Jugendtreffs Laiv aufgenommen. Die Jugendlichen haben mit Hilfe des künstlerischen Teams selbst Regie geführt.

Uns ist es wichtig jedes Jahr Themen zu finden, um Missstände in der Gesellschaft aufzuzeigen und Menschen mit unserer Message zu erreichen. Dabei richten wir uns an alle Menschen. Betroffene Menschen wollen wir empowern, Menschen in Machtpositionen sensibilisieren.
Wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten, damit sich die Welt verändert.

Wir Bringen Ringsleben zum Leben

Wir Bringen Ringsleben zum Leben

BPP 2022 – 2. Platz

„Wir bringen Ringsleben zum Leben!“

Das Team JugendKulturOrt Blockpark447/ Anna Maria Maier (Kulturnetzwerk Neukölln e.V.)

„Wir bringen Ringsleben zum Leben!“ ist ein partizipatorisches Projekt der urbanen Praxis und ein künstlerisch-kulturelles Experiment, das durch die Initiative junger Leute in Berlin-Buckow entstanden ist.
Gemeinsam haben sie es sich zum Ziel gesetzt, ihre oft als Problemsiedlung bezeichnete Heimat zu einem Ort des Miteinanders und des Austauschs werden zu lassen.

Mit dem JugendKulturOrt Blockpark447 haben sie, inspiriert von der Zwischennutzungspraxis vieler Berliner Künstler:innen und Projekte, auf dem Parkplatz eines verlassenen Discount-Supermarktes mitten in ihrer Siedlung einen provisorischen JugendKulturOrt geschaffen.
Mit Expert:innen aus Kunst, Handwerk und Kultur haben sie eine Anlage für Open Air Veranstaltungen gebaut und fünf Container aus den ehemaligen Berliner TempoHomes zu einem Gemeinschafts- und Kulturraum recycelt.
Hier verwirklichen sie Kultur- und Freizeitangebote für und mit anderen Jugendlichen und haben außerdem den Austausch mit und die Beteiligung der Nachbarschaft in die Gänge gebracht.

Schwitters Nachfahren

Schwitters Nachfahren

BPP 2022 – 3. Platz

„Schwitters-Nachfahren“
oder Wie entsteht in einer Arbeitsgemeinschaft mit Mädchenthemen Kunst?

Aktive der Mädchen-AGs der Kurt-Schwitters-Schule

Die Kurt-Schwitters-Schule fördert gezielt die Entwicklung von Mädchen. Unter fachkundiger externer Beratung wurden für die Jahrgänge sieben bis zehn Arbeitsgemeinschaften angeboten. Für die Teilnahme entschieden sich die Mädchen aus eigener Motivation.

Über Lesungen, Filme und Podcasts wurde die Rolle von Mädchen in der Gesellschaft diskutiert und in öffentliche Aktionen übertragen.

Beispielsweise gestalteten die Schülerinnen der Jahrgangsstufe neun den Tag gegen Gewalt an Frauen am 28. November mit einer Performance. Zum Thema machten sie die mediale Darstellung von Morden an Frauen. Ihr Ziel: Zeigen, dass es sich nicht um einzelne “Beziehungstaten” handelt, sondern um Femizid.

Eine gemeinsame Fahrt führte die Gruppen zusammen, und nach verbindenden Aktionen kehrten die Mädchen als starke Gemeinschaft junger Frauen zurück.

“Die verschiedenen Aktivitäten verstehen wir als Gesamtkunstwerk im Sinne des Namensgebers der Schule, Kurt Schwitters”.

Ausschreibung

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt richtet am Donnerstag, 29.09.2022 den Berliner Präventionstag in diesem Jahr zum Thema »Prävention im Kontext Kindheit – Jugend – Familie« aus.

In diesem Rahmen wird traditionell der jährliche Berliner Präventionspreis verliehen.

Das Ziel des Berliner Präventionspreises ist es, künstlerische partizipative Projekte auszuzeichnen, die junge Menschen, die in Berlin leben, stärken.

Da Kunst und Kultur einen hohen Beitrag zur Gewaltprävention leisten, möchte der Preis mit seiner Auszeichnung das Engagement der Kunst- und Kulturschaffenden würdigen. In diesem Jahr ist der Preis mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

Aufgerufen sich zu bewerben sind Kulturinstitutionen, Kunst- und Kulturschaffende sowie Kunst- und Kulturkollektive, die in Berlin ansässig sind und deren partizipative Projekte überwiegend junge Menschen, die in Berlin leben, ansprechen.

Es können Projekte aller Kunst- und Kulturgattungen eingereicht werden.

Bewerbungskriterien

  • Das Projekt-Team und das Projekt verwirklichen u. a. die Werte Diversität, Inklusion, Gleichstellung,Partizipation und Demokratie.
  • Das Projekt richtet sich vorwiegend an junge Menschen sämtlicher Geschlechtsidentitäten sowie mit und ohne Behinderung, die in Berlin leben.
  • Das Projekt ist partizipativ angelegt. Das bedeutet, dass die jungen Menschen von der Ideenfindung bis in die Umsetzung des Projekts stark eingebunden sind.
  • Der Sitz der Kulturinstitutionen, der Kunst- und Kulturschaffenden sowie Kunst- und Kulturkollektive ist in Berlin.
  • Die Verfügbarkeit einer Vertretung aus dem Projekt-Team für die Preisverleihung am Donnerstag, 29.09.2022 im Rahmen des Berliner Präventionstages 2022.
  • Das Projekt hat frühestens im September 2021 begonnen.
  • Die Bewerbungsunterlagen müssen vollständig und ausschließlich in digitaler Form vorliegen.
  • Der Einsendeschluss ist Montag, 29.08.2022.

Bewerbungsunterlagen

  • Kurzvorstellung des Projekt-Teams mit Projektbeschreibung unter Nennung der Ansprechperson mit Kontaktdaten (max. eine DIN-A4-Seite).
    Beispielsweise:
    • Wodurch zeichnet sich das Projekt-Team aus?
    • Worin liegt die Stärke des Projekts?
    • Wie erfolgt die Projekt-Umsetzung?
  • Angabe von Links zu Videoaufzeichnungen, Audioaufnahmen, Clips, Textmaterial und Websites, die einen anschaulichen Eindruck über das Projekt vermitteln.
  • Ggf. Angabe von Terminen bis Ende September 2022 zur Sichtung des Projektes (nicht zwingend erforderlich).
  • Anfügen von Fotos und/oder Pressematerial zum Projekt (wenn vorhanden) als Anlagen möglich.
*Die Bewerbungsunterlagen bitte digital mit dem Betreff: »Berliner Präventionspreis 2022: Titel des eingereichten Projekts« senden.

Auszeichnung und Jury: Nach dem Einsendeschluss befindet eine Fachjury über die Zuerkennung dieser Auszeichnung für drei Projekte.

Kontaktpersonen bei Fragen: Laura Cadio, Mengü Özhan-Erhardt

Download Ausschreibung

  • Ausschreibung Berliner Präventionspreis 2022

    PDF-Dokument (127.4 kB) - Stand: Mai 2022