«Birkenau»-Zyklus von Gerhard Richter für Nationalgalerie

«Birkenau»-Zyklus von Gerhard Richter für Nationalgalerie

Mit den vier Werken des «Birkenau»-Zyklus kann die Nationalgalerie Berlin künftig eine wichtige Serie des Malers Gerhard Richter in ihren Häusern präsentieren.

  • Gerhard Richter: Birkenau (1)© dpa
    Medienvertreter nehmen an einer Pressekonferenz zur Präsentation einer wichtigen Leihgabe, Zyklus "Birkenau" und "Grauer Spiegel" (l) von Gerhard Richter, für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts teil.
  • Gerhard Richter: Birkenau (2)© dpa
    Eine Journalisten dokumentiert mit ihrem Mobiltelefon die Anweseheit von Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, und Ella Maria Richter, Tochter von Gerhard Richter, die an einer Pressekonferenz zur Präsentation einer wichtigen Leihgabe, Zyklus "Birkenau" von Gerhard Richter, für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts teilnehmen.
  • Gerhard Richter: Birkenau (3)© dpa
    Zwei Frauen stehen zu Beginn der Präsentation einer wichtiger Leihgabe für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts, in der Alten Nationalgalerie neben dem Zyklus von Gerhard Richter "Birkenau".
Die gerade noch in New York gezeigte Leihgabe des 89-Jährigen wurde am Montag in Berlin vorgestellt. Insgesamt soll die Nationalgalerie mehr als 100 Arbeiten des Malers erhalten.
Richter wird im Ranking des «Kunstkompass» seit 17 Jahren als weltweit wichtigster Künstler geführt. Die Arbeiten des in Köln lebenden Dresdners zählen entsprechend zu den international teuersten Werken eines Gegenwartskünstlers.
Die «Birkenau»-Arbeiten werden zunächst zusammen mit der aus 2019 stammenden vierteiligen Arbeit «Grauer Spiegel» bis September in der Alten Nationalgalerie gezeigt. Der Zyklus soll anschließend noch zu einer in Japan geplanten Richter-Schau gehen. Von 2023 an sollen die Arbeiten dann in der gerade frisch sanierten Neuen Nationalgalerie präsentiert werden, die im kommenden August wiedereröffnet werden soll.
Schließlich ist geplant, den Richter-Zyklus dauerhaft im Museum der Moderne zu zeigen, mit dessen Bau gerade begonnen wurde. Dort gehört Richter dann neben Rebecca Horn oder Joseph Beuys zu den wenigen Künstlerinnen und Künstlern, für die eigene Präsentationsflächen und -räume vorgesehen sind.
Die Nationalgalerie hatte Richter zu seinem 80. Geburtstag mit einer umfassenden Werkschau geehrt. Die Ausstellung ist mit 380 000 Besucherinnen und Besuchern bis heute die erfolgreichste Einzelausstellung eines lebenden Künstlers in Deutschland.
In der Alten Nationalgalerie hingen - ebenfalls im Schinkelsaal mit seinen markanten Oberlichtern - bereits Arbeiten aus dem berühmten Zyklus Richters von 1988 mit malerischen Umsetzungen von Fotos zur Geschichte der terroristischen Rote-Armee-Fraktion und ihrer führenden Köpfe.
Wie bei der aus 15 Gemälden bestehenden RAF-Serie «18. Oktober 1977» hat Richter auch beim «Birkenau»-Zyklus zunächst Fotos in unscharf wirkende Gemälde übertragen. Ausgangspunkt bei «Birkenau» sind vier Schwarz-Weiß-Fotografien, die Insassen des Konzentrationslagers aufgenommen hatten und die 1944 aus dem KZ geschmuggelt worden waren. Die jeweils 2,60 mal 2,00 Meter großen Werke überzog Richter dann mit mehreren ineinander übergreifenden Farbaufträgen. Durch die Farbverläufe ist vom ursprünglichen Motiv nichts mehr erkennbar.
«Es stellt einen malerischen Versuch dar, sich mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und sich dem künstlerisch zu nähern», sagte der Leiter der Alten Nationalgalerie, Ralph Gleis, bei der Präsentation in Berlin. Der Zyklus war ursprünglich für den Bundestag vorgesehen, dort wurden dann andere Arbeiten realisiert. «Richter hat den Gedanken an diesen Zyklus nicht fallengelassen», sagte Gleis mit Blick auf die Arbeiten.
In einer kurzen Botschaft sagte Richter: «Das ist für mich ein wunderbares Ereignis und großartiger Beginn der Zusammenarbeit mit Berlin.» Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Nationalgalerie als Teil von Berlins Staatlichen Museen gehört, bezeichnete es als «ganz besonderes Highlight». Dies sei der Auftakt einer engen Zusammenarbeit mit der Gerhard-Richter-Kunststiftung. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte die Leihgabe einen «Signalgeber für das Museum des 20. Jahrhunderts».
Das für 450 Millionen Euro geplante Museum der Moderne wird vom Bund finanziert. Der Bau soll 2026 fertig sein. Er geht auf einen Entwurf der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron zurück, die auch die Elbphilharmonie in Hamburg, das Olympiastadion in Peking und die Allianz-Arena in München gebaut haben. Die Nationalgalerie Berlin steht damit vor einer Neuordnung mit sieben Standorten.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. März 2021 08:38 Uhr

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