Säule von Cape Cross soll an Namibia zurückgehen

Säule von Cape Cross soll an Namibia zurückgehen

Auf klare Regelungen für die Restitution von Kolonialobjekten können sich Bund und Länder bisher nicht einigen. Aktuell gibt es eine Rückgabeforderung. Nun soll gehandelt werden.

Deutsches Historisches Museum

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Das Deutsche Historische Museum - DHM, ein Museum für deutsche Geschichte. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Deutschland will eine von Namibia als koloniales Objekt zurückgeforderte Kreuzsäule an das Land im südlichen Afrika zurückgeben. Die Säule von Cape Cross gehört seit 1953 zu den Beständen des Museums für Deutsche Geschichte, das nach der Wiedervereinigung im Deutschen Historischen Museum aufgegangen ist.
Museumspräsident Raphael Gross will die Rückgabe dem Kuratorium des Hauses vorschlagen, wie das Museum am Dienstag bestätigte. Dies geschehe in Abstimmung mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Das Gremium tagt am 16. Mai. Eine Zustimmung gilt als Formsache. Das Kuratorium wird geleitet von Günter Winands, Amtsleiter bei Grütters. Ein Sprecher bestätigte Vorgänge und Absicht mit Hinweis auf entsprechende Ergebnisse einer Tagung von Wissenschaftlern und Politikern über die Säule im Jahr 2018.
Auch das Museum verwies auf die umfassende Erforschung der Provenienz der Säule. Das Symposium habe die Geschichte der Säule und die moralische Verantwortung der Bundesrepublik zur weiteren Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte diskutiert. Das Museum sprach von der «herausgehobenen Bedeutung, die ein Artefakt wie diese Säule für die Menschen in Namibia hat und welch besonderen Beitrag sie künftig vor Ort zum Verständnis der Geschichte Namibias leisten kann».
Die Säule von Cape Cross wurde 1486 vom portugiesischen Seefahrer Diogo Cao als Landmarke mit portugiesischer und lateinischer Inschrift am Küstenstreifen errichtet. 1884 kolonisierte das Deutsche Reich das Land als Deutsch-Südwestafrika. Die stark verwitterte Wappensäule wurde 1893 entdeckt und nach Wilhelmshaven gebracht, von wo sie über Kiel nach Berlin gelangte.
Die namibische Rückgabeforderung ist aktuell der einzige offizielle Wunsch auf Restitution an die Bundesregierung. Das umstrittene Thema Rückgabe von Kolonialobjekte beschäftigt an diesem Mittwoch auch die erstmals tagende Konferenz der Kulturminister von Bund und Ländern. Um eine gemeinsame Haltung wird weiter gerungen. Deswegen werden zunächst nur einige gemeinsame Eckpunkte erwartet.
Im Februar hatte Baden-Württemberg eine Peitsche und eine Bibel aus dem Linden-Museum Stuttgart an Namibia zurückgegeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. März 2019 15:01 Uhr

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