Gedenkort Jamlitz: Aus DDR-Parteivermögen gefördert

Gedenkort Jamlitz: Aus DDR-Parteivermögen gefördert

Für die Erweiterung des Gedenkortes Jamlitz (Landkreis Dahme-Spreewald) stellt das Kulturministerium der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten 750.000 Euro aus DDR-Parteivermögen bereit. Mit den Mitteln für dieses und das kommende Jahr soll ein Gebäude auf dem Gelände des Gedenkortes saniert und mit Arbeitsräumen, Archiv und Bibliothek für die Bildungsarbeit ausgestattet werden, wie das Ministerium am Montag weiter mitteilte. Zudem soll der Gedenkort in die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten (SBG) integriert werden. Das hatte der Stiftungsrat beschlossen.

Der Erinnerungsort in Jamlitz sei nicht nur Gedenkstätte sondern auch der wichtigste Ort der Shoa in Brandenburg, erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Im Februar 1945 seien dort mehr als 1.000 jüdische Häftlinge brutal ermordet worden - der größte Massenmord an Juden außerhalb der Hauptlager auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg. «Wir brauchen diese authentischen Orte wie Jamlitz für eine aktive, lebendige Erinnerungskultur, um jedweder Form von Revanchismus, Fake News und rechter Hetze entgegen zu treten.»
Die Brandenburger Landesregierung will nach einem Kabinettsbeschluss in den kommenden Jahren 33 Projekte im ganzen Land mit insgesamt 38,4 Millionen Euro aus dem DDR-Parteivermögen fördern. Unter anderem soll auch das neue Besucherzentrum der Gedenkstätte Sachsenhausen mit rund drei Millionen Euro gefördert werden. Knapp zwei Millionen Euro sollen für die die Erweiterung der Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewaltherrschaft in Frankfurt (Oder) verwendet werden.
Die Mittel der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR sind nach Angaben der Staatskanzlei grundsätzlich für wirtschaftliche, kulturelle und soziale Zwecke einzusetzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. Dezember 2021 14:45 Uhr

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