Proteste gegen Corona-Regeln in Brandenburg

Proteste gegen Corona-Regeln in Brandenburg

Der Protest auf der Straße gegen Corona-Beschränkungen hält in Brandenburg an. In Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel kamen am Samstag nach Polizeiangaben bis zu 500 Menschen zusammen, in Brandenburg/Havel bis zu 350 und in Potsdam bis zu 60 Menschen. Die Versammlungen seien bisher ruhig verlaufen, teilte die Polizei mit. In Cottbus waren am Samstagabend gleich zwei Demonstrationen geplant. Für Versammlungen im Freien gilt in Brandenburg seit Mittwoch eine Obergrenze von 1000 Teilnehmern, dabei müssen Maskenpflicht und Mindestabstand eingehalten werden.

Blaulicht

© dpa

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort.

In Rathenow im Havelland hatte die Polizei am Freitagabend eine nicht angemeldete Versammlung aufgelöst, weil sich mehrere Teilnehmer nach ihren Angaben nicht an die Maskenpflicht gehalten hatten. Nach Polizeiangaben vom Samstag kamen bis zu 100 Menschen zu dem Protest. Neun Teilnehmer ohne Maske hätten sich geweigert, den Platz zu verlassen. Die Polizei erteilte sechs Platzverweise und nahm drei Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln auf. Rund 360 Polizeikräfte waren im Einsatz, darunter aus Berlin und von der Bundespolizei.
Die Zahl solcher Versammlungen nimmt nach Einschätzung der Polizei in Brandenburg zu. Die Gewerkschaft der Polizei hatte zunehmende Aggressionen gegenüber Beamten bei solchen Demos beklagt.
Die Corona-Warnampel in Brandenburg ist trotz teils zurückgehender Werte weiter dreimal auf Rot. Der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Covid-19 in Intensivbetten blieb am Samstag mit rund 27 Prozent gleich zum Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 je 100.000 Menschen in sieben Tagen ging leicht auf 6 zurück. Die Inzidenz neuer Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sank auf 566, sie hatte vor einer Woche noch bei 644 gelegen.
Die Nachfrage nach Impfungen hat stark zugelegt - in den vergangenen sieben Tagen kamen nach Angaben des Ministeriums fast 192.000 Impfungen zusammen, am vorigen Samstag lag die Wochenbilanz bei unter 180.000. Allerdings sind bisher nur 63,5 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger bis zu zweimal geimpft. Nur Sachsen hat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts eine geringere Quote.
Eine Auffrischungsimpfung (Booster) hat inzwischen knapp ein Viertel der Brandenburger Bevölkerung erhalten, Hamburg und Sachsen liegen noch darunter. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) war am Samstag bei einer Impfaktion im Spaßbad Tropical Islands in Krausnick (Landkreis Dahme-Spreewald) dabei.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 18. Dezember 2021 18:30 Uhr

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