Höhere Gehälter für erfahrene Lehrer an Freien Schulen

Höhere Gehälter für erfahrene Lehrer an Freien Schulen

Die Freien Schulen in Brandenburg können ihren erfahrenen Lehrkräften vom kommenden Schuljahr an höhere Gehälter zahlen, die auch ihre Kollegen an den öffentlichen Schulen bekommen. Mit einer Änderung im Schulgesetz solle dann als Grundlage für die pauschale Erstattung der Kosten durch das Land eine durchschnittliche Bezahlung der Lehrkräfte nach der Entwicklungsstufe 4,5 statt wie bisher 4 gelten, teilten die Fraktionschefs der rot-schwarz-grünen Koalitionsfraktionen im Landtag am Dienstag mit. Hintergrund ist, dass in den öffentlichen Schulen Lehrer mit viel Berufserfahrung bis in die Stufe 6 aufsteigen können.

Damit erhöhten sich die Zuschüsse für die Freien Schulen im kommenden um etwa 7 Millionen Euro auf 242 Millionen Euro, sagte SPD-Fraktionschef Daniel Keller. Im Folgejahr seien es rund 15 Millionen Euro zusätzlich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann und Grünen-Fraktionschefin Petra Budke betonten, dies sei ein notwendiger Schritt, um Fairness zwischen den Lehrkräften an den Freien und öffentlichen Schulen herzustellen.
Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS), Irene Petrovic-Wettstädt sprach von einem «vorgezogenen Weihnachtsgeschenk». Vier Jahre lang habe man sich mit dem Bildungsministerium nicht auf eine angemessene Finanzierung der Freien Schulen einigen können, sagte sie. Der Unterschied zwischen den Entwicklungsstufen 4 und 5, die Lehrkräfte nach zehn Jahren erreichen könnten, lägen bei rund 800 Euro brutto, erläuterte sie. In der Stufe 6 kämen noch einmal rund 200 Euro brutto hinzu.
Ohne eine angemessene Bezahlung könnten die Freien Schulen im Wettbewerb mit den öffentlichen Schulen bei der Gewinnung und Sicherung von Lehrkräften nicht konkurrieren, betonte Petrovic-Wettstädt. Allerdings hätten die freien Träger eigene Tarife und legten damit fest, wie sie ihre Lehrkräfte bezahlen.
Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es 186 Freie Schulen unter den 923 Schulen im Land, darunter sind konfessionelle oder reformpädagogisch orientierte Träger. Dort unterrichten nach Angaben der AGFS rund 5000 Lehrkräfte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Dezember 2021 14:48 Uhr

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