Weniger Einbürgerungen in Brandenburg

Weniger Einbürgerungen in Brandenburg

Die Corona-Pandemie hat auch bei der Einbürgerung in einigen Regionen Brandenburgs zu längeren Verfahren geführt. Im vergangenen Jahr wurden 845 Menschen eingebürgert, wie das Innenministerium mit Verweis auf Daten des Statistischen Bundesamtes mitteilte. 2019 waren es 195 mehr. Seit 2017 war die Zahl der Einbürgerungen im Land stetig angestiegen (2017: 765; 2018: 800; 2019: 1040).

Einbürgerungsurkunde

© dpa

Eine Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland liegt auf einem Tisch.

Die meisten der 2020 in Brandenburg eingebürgerten Menschen kamen aus Polen. Der größte Teil von ihnen lebte weniger als acht Jahre in Deutschland. Für die Einbürgerung müssen die Antragssteller unter anderem grundsätzlich acht Jahre in Deutschland leben. Sieben Jahre reichen aus, wenn die Antragssteller einen Integrationskurs abgeschlossen haben. Außerdem müssen sie über deutsche Sprachkenntnisse verfügen, ihren Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe finanzieren und sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Stammen die Antragssteller nicht aus anderen Staaten der EU oder der Schweiz, müssen sie außerdem bereit sein, ihre Staatsangehörigkeit aufzugeben.
Nach den Daten des Amtes hat Brandenburg sein Einbürgerungspotenzial, also die Zahl der Einbürgerungen bezogen auf die Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben, zu 2,67 Prozent ausgeschöpft. Der Bundesschnitt liegt bei 2,15 Prozent.
«Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagte Karsten Jesse, Leiter des Büros Allgemeine Ordnungsangelegenheiten beim Landkreis Märkisch-Oderland, zu dem auch die Ausländerbehörde zählt. Zwar könne das erste Beratungsgespräch auch telefonisch ablaufen. Spätestens bei der Antragsstellung müssten die Antragssteller dann aber persönlich erscheinen. Das ging während des Lockdowns nicht. Im Sommer, als persönliche Termine wieder möglich gewesen seien, habe es dann viele Anträge gegeben. Die Termine seien jetzt bis Anfang 2022 ausgebucht, so Jesse. Im Kreis sind im vergangenen Jahr 36 Menschen eingebürgert worden. Im Jahr 2019 seien es 51 Einbürgerungen gewesen.
In der Prignitz wurden vergangenes Jahr zwei Menschen eingebürgert, 2019 waren es zehn. In der Landeshauptstadt Potsdam fanden 87 Einbürgerungen statt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden 153 Anträge gestellt. Im Schnitt dauert die Bearbeitungszeit - je nach Fall - fünf Monate bis mehr als ein Jahr. So sei bei Antragstellern, die zuvor aus ihrer alten Staatsangehörigkeit entlassen werden müssen, von einer deutlich höheren Zeitspanne auszugehen, so Caterina Rönnert, Sprecherin Landkreis Havelland. In diesem Jahr habe es bereits 80 Einbürgerungen im Kreis gegeben. 2020 waren es 52.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 28. November 2021 10:13 Uhr

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