Nonnemacher fordert kostenfreie Corona-Tests für alle Bürger

Nonnemacher fordert kostenfreie Corona-Tests für alle Bürger

Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen hat sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) dafür ausgesprochen, die kostenfreien Corona-Tests für alle Bürger wieder einzuführen. «Rückblickend muss man sagen, dass es ein Fehler war, die kostenfreien Testangebote für alle abzuschaffen», sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. «Wir brauchen jetzt deutlich mehr Tests, um die Ausbreitung des Coronavirus bremsen zu können.» Gerade in sensiblen Bereichen wie in Alten- und Pflegeheimen müsse die Testpflicht ausgeweitet werden, forderte die Grünen-Politikerin.

Corona-Schnelltest

© dpa

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes hält einen Corona-Schnelltest in der Hand.

Der Fraktionschef von BVB/Freie Wähler im Landtag, Péter Vida, sprach von einer «kapitalen Fehleinschätzung» bei der Abschaffung der kostenfreien Tests. «Die Folge war und ist nicht, dass sich signifikant mehr Menschen impfen lassen, sondern dass mangels Tests Infektionsketten später erkannt und durchbrochen werden können», sagte Vida. Dieser Fehler müsse nun schnell behoben werden. «Brandenburg sollte wenigstens jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und notfalls auch im Alleingang kostenlose Tests wiedereinführen und die nötigen Kapazitäten hochfahren», forderte Vida.
Nonnemacher und die Kassenärztliche Vereinigung appellierten wegen der hohen Infektionszahlen am Wochenende zudem an die Bürger, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. «Die Lage ist ernst. Wir müssen beim Impfen Tempo machen», sagte Nonnemacher laut Mitteilung. «Wir müssen mehr Menschen aus der immer noch großen Gruppe der Ungeimpften erreichen und den nachlassenden Impfschutz besonders gefährdeter Personengruppen auffrischen.»
Die so genannten Booster-Impfungen hätten nun in Pflegeheimen und bei älteren Menschen Priorität, betonte Nonnemacher. Aber auch anderen Personen könnten nach ärztlicher Beurteilung Auffrischungsimpfungen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschten.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack, erklärte, es sei ausreichend Impfstoff vorhanden und die Impfungen würden von den Haus- und vielen Fachärzten im Land angeboten. «Im Sommer haben die Praxen mit 100 000 Impfungen in einer Woche ihre Leistungsfähigkeit bewiesen», sagte Noack. Dagegen gab es in der vergangenen Woche in Brandenburg nur 26 000 Impfungen, davon 24 000 in Arztpraxen.
Das Ministerium verwies in der Mitteilung darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) die Gefährdung der nicht vollständig geimpften Bevölkerung in Deutschland als «sehr hoch» einschätze. Für vollständig Geimpfte werde die Gefährdung dagegen als moderat eingeschätzt. In Brandenburg sind allerdings erst 60,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - damit liegt die Mark gleichauf mit Thüringen vor Schlusslicht Sachsen (57,0 Prozent) auf dem vorletzten Platz der Bundesländer. Knapp 52 500 Brandenburger haben eine Auffrischungsimpfung bekommen - das ist Rang 13 im Ländervergleich.
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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus blieb am Wochenende in Brandenburg auf hohem Niveau: Innerhalb eines Tages wurden von den Gesundheitsämtern am Sonntag 819 neue Fälle gemeldet. Am Wochenende werden Corona-Fälle teils verzögert gemeldet, die Landkreise Uckermark und Barnim sowie die Stadt Brandenburg/Havel meldeten am Sonntag gar keine Fälle. Am Samstag waren es mit 1303 Neuinfektionen genau so viele wie am vergangenen Donnerstag, als ein Höchststand seit Mitte Januar registriert worden war.
Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 227,1 und damit deutlich in den roten Bereich der Corona-Warnampel. Inzwischen sind in Brandenburg sieben Landkreise sowie die kreisfreien Städte Cottbus und Frankfurt (Oder) über dem Warnwert von 200.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 7. November 2021 13:57 Uhr

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