Laut Studie zu wenig Erzieher: Kritik der Bildungsverwaltung

Laut Studie zu wenig Erzieher: Kritik der Bildungsverwaltung

In Berliner Kitas gibt es nach einer Studie nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher. Im Vergleich zu westdeutschen Bundesländern muss eine Fachkraft in einer Berliner Kita rechnerisch fast zwei Krippenkinder mehr betreuen, wie aus am Dienstag vorgelegten Daten der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervorgeht. Dennoch hat sich die Personalausstattung in der Hauptstadt laut der Studie zwischen 2014 und 2020 verbessert. So sei eine vollzeitbeschäftigte Kraft in Krippengruppen durchschnittlich noch für 5,2 statt für zuvor 5,9 ganztagsbetreute Kinder zuständig. Im Kindergarten seien es 8,3 statt 8,8 Kinder.

Jacke an einer Gaderobe

© dpa

Jacken und Taschen hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung erwiderte darauf am Dienstag, die Studie der Stiftung bilde nicht die Systematik des Landes ab. Ab Sommer 2019 betreue eine Fachkraft bei den Unter-Zweijährigen rechnerisch nur noch 3,75 Kinder bei Ganztagesförderung und 5 Kinder bei Teilzeitförderung, teilte ein Sprecher am Dienstagnachmittag mit.
Es gebe Unterschiede zwischen den Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik, die die Bertelsmann-Stiftung verwende, und den Daten der Integrierten Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ), mit denen Berlin und die Berliner Bezirke arbeiteten. Das Land Berlin habe außerdem von 2012 bis August 2021 insgesamt 52 700 Kita-Plätze geschaffen und erhalten.
Die Stiftung schrieb in ihrer Studie weiter, dass in Berlin 45 Prozent der unter Dreijährigen eine Kita oder Kindertagespflege besuchen. Im Westen Deutschlands liegt dieser Wert bei nur 31 Prozent, in Ostdeutschland sind es 53 Prozent. Die Zahl der in Kitas betreuten Kinder stieg in Berlin in den zehn Jahren seit 2011 von gut 125 000 auf mehr als 167 000, die des pädagogischen Personals dort von rund 20 500 auf knapp 35 000.
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Der von der Stiftung erstellte «Fachkräfteradar für Kita und Grundschule» hatte für die Hauptstadt errechnet, dass bis 2030 mit den bestehenden Ausbildungskapazitäten mehr als 22 000 Personen neu in diesem Berufsfeld starten können - notwendig wären aber 29 000. Diese Lücke lässt sich der Studie zufolge bis 2030 kaum durch die Aufstockung der Ausbildungskapazitäten schließen. Aus der Senatsverwaltung für Bildung hieß es, dass die jährliche Anzahl an Absolventinnen und Absolventen für den Erzieherberuf verdoppelt werden konnte.
Bundesweit fehlen laut der Studie für eine kindgerechte Personalausstattung bei gleichzeitigem Kitaplatzausbau bis 2030 mehr als 230 000 Erzieher und Erzieherinnen. Die Lücke zwischen voraussichtlichem Angebot an Fachkräften und prognostiziertem Bedarf für optimale Qualität in der frühkindlichen Bildung bei bedarfsgerechtem Ausbau der Plätze lasse sich dieses Jahrzehnt nicht vollständig schließen, hieß es in der Studie.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 24. August 2021 17:42 Uhr

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