Gedenken an Opfer von Leistikowstraße

Gedenken an Opfer von Leistikowstraße

Inschriften von ehemals Gefangenen zieren noch immer die Kellerwände: 16 Jahre nach der Inbetriebnahme des ehemaligen Gefängnisses des sowjetischen Geheimdienstes Leistikowstraße in Potsdam ist an die Inhaftierten erinnert worden. «Wir gedenken heute derjenigen, die die Tortur der Haft durchlebten und die ihr Leben lassen mussten», so Kultur- und Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow zur Veranstaltung am Sonntag in der heutigen Gedenkstätte in der nördlichen Potsdamer Vorstadt.

Gedenkstätte Leistikowstraße

© dpa

Das Besucherinformationszentrum (l) und dahinter der Sonderausstellungsbereich der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße.

Es gebe wenige Haftanstalten, die in so «beklemmender Authentizität» erhalten geblieben seien, so Dünow. «An den Kellerwänden sind zahlreiche Inschriften erhalten, die eindrücklich die Entrechtung und Isolation der Häftlinge widerspiegeln.» Die Gedenk- und Begegnungsstätte trage mit ihren Angeboten eindrücklich dazu bei, Besucherinnen und Besuchern die Geschichte dieses Ortes nahezubringen und das Gedenken an die Opfer zu bewahren.
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Auf der Veranstaltung, die laut Veranstaltern mit Saxofon-Musik begleitet wurde, berichtete auch der ehemalige Gefangene Friedrich Klausch von seinen Erinnerungen. Klausch wurde demnach im Jahr 1948 verhaftet und wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Haft verurteilt. Laut Veranstalter nahmen rund 50 Menschen an dem Gedenken teil.
Am 15. August 1945 nahm die sowjetische Militärspionage das ehemalige Pfarrhaus in der Potsdamer Leistikowstraße als Geheimdienstgefängnis in Betrieb. Wie viele Frauen und Männer bis zum Jahr 1991 gefangen gehalten wurden, sei bis heute unbekannt. Die Einrichtung will künftig immer am 15. August mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung der Inhaftierten erinnern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 15. August 2021 17:52 Uhr

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