Kinder- und Jugendärzte fordern Neubewertung zum Impfen

Kinder- und Jugendärzte fordern Neubewertung zum Impfen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Brandenburg drängt auf eine rasche Neubewertung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Impfen von Kindern. Damit schließt sich der Landesverband den Forderungen des Bundesverbandes an. «Millionen Jugendliche sind weltweit inzwischen geimpft. Die Datenlage müsste für eine Neubewertung reichen», sagte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes und Chefarzt der Kinderklinik in Brandenburg an der Havel, Hans Ekkehard Kössel, am Mittwoch der dpa.

Impfung

© dpa

Ein Hausarzt impft einen Jugendlichen in seiner Praxis.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Impfstoff von Biontech ab 12 Jahren zugelassen, eine Freigabe für Moderna folgte. In Deutschland empfiehlt die Stiko Impfungen von Kindern trotz politischen Drucks bisher aber nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes - sie sind mit ärztlicher Beratung aber möglich. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte dem «Spiegel», er hoffe, die Kommission werde in einigen Tagen eine Neubewertung schaffen.
Derzeit würden die Arztpraxen in Brandenburg nicht von impfwilligen Kindern beziehungsweise deren Eltern überrannt werden. Das liege, so glaubt Kössel, auch an der fehlenden Empfehlung der Stiko. Karin Harre vom Landeshausärzteverband berichtet, dass vereinzelt Kinder und Jugendliche zum Impfen in die Praxen kämen. Solche ohne Vorerkrankung schickt die Verbandsvorsitzende und Ärztin aber wieder weg. Sie will sich nach der Stiko-Empfehlung richten und die sehe derzeit die Impfung für 12 bis 17-Jährige nur bei höherem Risiko für schwere Erkrankungen nach einer Corona-Infektion vor.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 4. August 2021 13:30 Uhr

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