Finanzielle Hilfen für fast 1500 Psychiatrie-Opfer

Finanzielle Hilfen für fast 1500 Psychiatrie-Opfer

In Brandenburg haben 1469 Opfer von Leid und Unrecht in Heimen und psychiatrischen Kliniken bis Ende Mai Entschädigungen in Höhe von insgesamt rund 15,3 Millionen Euro erhalten. Das teilte die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in der DDR, Maria Nooke, der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Die Frist für Anträge bei der Stiftung Anerkennung und Hilfe war am 30. Juni abgelaufen. Insgesamt hätten sich bis dahin fast 2500 Menschen in Brandenburg an die Stiftung gewandt, so Nooke. Daraufhin seien knapp 1700 Beratungsgespräche mit den Betroffenen geführt worden.

Geld

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Eurobanknoten liegen auf einem Tisch.

«Uns war es wichtig, denjenigen zuzuhören und die Unterstützung zu vermitteln, die als Kinder und Jugendliche Leid und Unrecht in psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen erlitten haben», erklärte Nooke. «Die von der Stiftung ausgezahlten finanziellen Mittel können diese Erfahrungen zwar nicht wieder gut machen - dazu sitzen die Verletzungen zu tief - aber für viele war diese Geste von Bund, Ländern und Kirchen ein Zeichen, dass ihr Leid gesehen wird.»
Anspruch auf Unterstützung hatten Menschen, die als Kinder und Jugendliche zu bestimmten Zeiten in stationären Einrichtungen der Psychiatrie und der Behindertenhilfe Leid und Unrecht erfahren haben: für die Zeit vom 7. Oktober 1949 bis 2. Oktober 1990 in der DDR sowie vom 23. Mai 1949 bis 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland. Die gemeinnützige Stiftung wird gemeinsam vom Bund, von den Ländern sowie von den evangelischen und katholischen Kirchen getragen und besteht für den Zeitraum 2017 bis 2023.
Wer glaubhaft von Leid und Unrecht betroffen war, erhielt eine einmalige Pauschale von 9000 Euro. Wenn ein Kind zwischen 14 und 18 Jahren in der Psychiatrie oder einer Behinderteneinrichtung gearbeitet hat, können einmalig bis zu 5000 Euro gezahlt werden, falls diese Tätigkeit nicht bei der Rente berücksichtigt wird.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. Juli 2021 05:01 Uhr

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