Länder fordern vom Bund Hilfe im Kampf gegen Schweinepest

Länder fordern vom Bund Hilfe im Kampf gegen Schweinepest

Auf Initiative ostdeutscher Bundesländer hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, ein Förderprogramm gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufzulegen. In dem Entschließungsantrag werde die Bundesregierung zudem aufgefordert, durch Absprachen mit Polen und den Ausbau von Forschungskapazitäten die Seuche einzugrenzen beziehungsweise zu stoppen, teilte die Brandenburger Staatskanzlei am Freitag mit.

Ein Drahtzaun gegen die Afrikanische Schweinepest

© dpa

Ein Drahtzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße.

«Die betroffenen Bundesländer haben die ihnen möglichen Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche und zur Unterstützung der schweinehaltenden Betriebe ergriffen», sagte Staatssekretärin Jutta Jahns-Böhm. «Aber nun ist es höchste Zeit, dass auch der Bund mehr Verantwortung übernimmt, denn wird die ASP hier nicht gestoppt, wird sie immer weiter nach Westen getragen.»
Brandenburg will im Kampf gegen die Seuche einen zweiten Zaun entlang der polnischen Grenze errichten, weil sich die Tiere nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums neue Wege westlich des Zauns suchen. Der Zeitpunkt des Baus ist unklar. Für die Kosten wird nach Angaben des Ministeriums unter anderem eine Kofinanzierung durch die EU beantragt und ein Finanzierungsmodell durch alle Bundesländer erarbeitet.
Unterdessen forderte der Landesbauernverband die Regierung in Potsdam auf, die Jagd auf Schwarzwild in den gefährdeten Gebieten durch verbesserte Anreize für Jäger auszuweiten. Noch immer würden auf Äckern und Wiesen verendete und verseuchte Wildschweine gefunden, von denen ein Risiko ausgehe. Dadurch drohe auch eine massive Behinderung der Ernte.
Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, aber für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich. Eine vorbeugende Impfung ist nicht möglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 25. Juni 2021 16:24 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg