Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Schlachthof

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Schlachthof

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt weiter gegen einen Neuruppiner Schlachthof wegen Tierquälerei. «Derzeit liegt die Akte für weitere Ermittlungsschritte bei der Polizei», sagte der Leiter der Wirtschaftsabteilung, Stefan Heidenreich, am Donnerstag. Man warte auf Unterlagen vom Veterinäramt. Auch werde geprüft, wer die Verantwortlichen sind, ermittelt werde wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Polizeiauto mit Blauchlicht

© dpa

Ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht steht auf einer Straße.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte im Oktober nach eigenen Angaben dem Veterinäramt und der Staatsanwaltschaft heimlich erstellte Videoaufnahmen vorgelegt und das Unternehmen kurz darauf angezeigt. Das Bildmaterial, das im August angefertigt worden und dem Tierschutzbüro zugespielt worden war, zeigt, wie die Tiere vor der Schlachtung geschlagen und getreten werden. Nach Angaben des Tierschutzbüros erfolgten die Betäubungen nicht sachgemäß; an zwei Tagen seien 410 Tiere geschlachtet worden, dabei sei bei mindestens 67 Tieren die gesetzliche Vorgabe von 20 Sekunden zwischen Betäubung und Entblutung überschritten worden. Die Tiere zeigten noch im Entblutungsbereich deutliche Atembewegungen, so die Organisation. Der Betrieb belieferte auch Bio-Supermärkte.
Das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft Neuruppin hat nach Angaben des Landkreises «unmittelbar nach Kenntnisnahme der Videoaufnahmen erste verwaltungsrechtliche Maßnahmen ergriffen». Zeitnah seien mehrere Ordnungsverfügungen erlassen worden, zwei Mitarbeitenden sei die zur Arbeit notwendige Sachkundebescheinigung entzogen worden. Außerdem wurden Strafanzeigen gestellt, hieß es.
Die Geschäftsleitung des Schlachthofs bestätigte auf dpa-Anfrage, «dass die Schlachtung nach Bekanntwerden der Ereignisse sofort eingestellt worden ist und in Zukunft auch keine Schlachtung geplant sei». Eine endgültige Aufgabe des Betriebes bestätigte das Unternehmen aber nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. April 2021 10:15 Uhr

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