Kreis Märkisch-Oderland prüft Impfen für alle

Kreis Märkisch-Oderland prüft Impfen für alle

Der Landkreis Märkisch-Oderland will mit einer eigenen Strategie das Impfen gegen Corona in der Region voranbringen. Sprecher Thomas Behrendt bestätigte am Donnerstag (15. April 2021) einen rbb-Bericht, nach dem der Kreis prüfen will, ob in Sonderaktionen der Impfstoff Astrazeneca an alle Impfwilligen verabreicht werden kann.

Symbolbild "Impfung"

© dpa

Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten.

An festgelegten Tagen sollen Menschen aus dem Kreis zum Impfen aufgefordert werden, und man wolle dann vor Ort in Impfstationen eine Priorisierung durchführen. Das sei kein «Hexenwerk», schätzte er ein. Der Vorteil sei, dass man die Menschen kenne, der Aufwand sei in kleineren Orten nicht so hoch, schätzte Behrendt ein. Vorbild sei ein Landkreis in Bayern, der zentrale Impftage für alle eingeführt habe. Zunächst hatte der rbb über dieses Vorhaben berichtet.
«Aber bevor wir sowas machen, brauchen wir den Impfstoff», betonte der Landkreissprecher. Es solle mit Apotheken und Praxen darüber gesprochen werden, wo Impfdosen mit dem Vakzin Astrazeneca aus Mangel an Interesse lagerten. «Wir haben großen Bedarf, die Nachfrage aus der Bevölkerung ist hoch», betonte der Sprecher. Im Ort Letschin mit etwa 4000 Einwohnern etwa seien in einer Sonderaktion so gut wie alle rund 700 Impfberechtigten bereits ein erstes Mal geimpft worden.
Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), würde gern den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V einsetzen und hat dazu bereits mit der russischen Botschaft gesprochen, wie Behrendt weiter berichtete. Die Kontakte dahin seien eng, auch wegen der jährlichen Gedenkveranstaltungen auf den Seelower Höhen. Noch gebe es keine konkreten Absprachen. «Wenn Sputnik zugelassen ist, dann wollen wir den verimpfen», sagte der Sprecher.
Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hatten erklärt, dass sie sich jeweils Impfdosen von Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert haben. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kann sich den Einsatz vorstellen. Der Landkreis Märkisch-Oderland war bereits mit einem Vorstoß beim Impfen in Arztpraxen aufgefallen. Dort konnten sich schon im März Bürger in Arztpraxen impfen lassen, auch wenn es damals dazu nur ein Modellprojekt im Land und noch keine regulären Praxis-Impfungen gab.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 16. April 2021 08:49 Uhr

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