Kassenärzte-Chef hält ersten Corona-Lockdown für wirksam

Kassenärzte-Chef hält ersten Corona-Lockdown für wirksam

Der Chef der Kassenärzte in Brandenburg hat den ersten Corona-Lockdown im vergangenen Jahr als wirksam im Kampf gegen die Pandemie beurteilt. «Ich denke, dass der erste Lockdown dazu beigetragen hat, dass das Ergebnis so ist und keine Überlastung des Gsundheitswesens die Folge war», sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Peter Noack, am Freitag im Corona-Untersuchungsausschuss des Landtags in Potsdam. Er betonte den Beitrag der niedergelassenen Ärzte für den Aufbau einer Teststruktur.

Peter Noack

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Peter Noack, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB).

Das Gesundheitsministerium habe stark auf die Kassenärzte eingewirkt, so schnell wie möglich Testzentren aufzubauen, betonte Noack. Von 51 Testzentren habe die KVBB zwei Drittel organisiert oder betrieben, das sei nahezu flächendeckend für Brandenburg gewesen. Inzwischen bauen die Kommunen wieder Teststellen auf. Dem ersten Lockdown folgte ein Rückgang der Infektionszahlen im Sommer.
Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, sagte nach Angaben des Landtags, der erste Lockdown sei vertretbar und zumutbar gewesen. Die Maßnahmen müssten aber kontinierlich begründet werden und soziale und gesundheitliche Folgen müssten in die Abwägung einfließen. Die Verantwortung für anstehende politische Entscheidungen dürfe nicht umfassend an die Wissenschaft delegiert werden und der Gesundheits- und Lebensschutz dürfe nicht absolut über alle schutzwertigen Güter gestellt werden.
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Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft berichtete, die Teststrukturen seien Stück für Stück aufgebaut worden - mit Krankenhäusern und in Abstimmung mit den Kassenärzten und Kommunen in Testzentren, um das Infektionsgeschehen nachverfolgen zu können. Im Sommer sei über systematische freiwillige Tests in Schule und Kita diskutiert worden, was später eingeführt wurde. Er glaube schon, «dass wir nach bestem Wissen und Gewissen» (...) die «Pandemie gut bewältigt haben», meinte Ranft.
Der Untersuchungsausschuss ist bisher der einzige dieser Art in einem deutschen Landesparlament. Die AfD-Landtagsfraktion hatte ihn durchgesetzt. Sie will hinterfragen, ob die Eingriffe der Krisenpolitik der rot-schwarz-grünen Landesregierung verhältnismäßig waren und geholfen haben, die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken. Es geht aber nur um die Pandemie-Zeit bis zum September 2020. Die übrigen Fraktionen stehen dem Ausschuss ablehnend gegenüber.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 19. März 2021 19:23 Uhr

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