«Es ging besser als gedacht»: Bombe in Cottbus entschärft

«Es ging besser als gedacht»: Bombe in Cottbus entschärft

Dass es so schnell gehen könnte, damit hatte auch der verantwortliche Sprengmeister Mario Büchner nicht gerechnet: Er und sein Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes machten am Montag innerhalb kurzer Zeit eine Weltkriegsbombe in Cottbus unschädlich. «Es ging besser als gedacht. Die Entschärfung hat nur etwa eine halbe Stunde gedauert», sagte Büchner nach Angaben der Stadt. Die 50-Kilo- Bombe sei nach 75 Jahren sehr angriffen gewesen. «Es gibt für solche Fälle keine Routine.»

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde den Angaben zufolge entschärft und der Zünder auf einem Areal außerhalb der Innenstadt in einem Waldstück gesprengt. Anschließend wurde die Bombe vom Fundort in der Virchowstraße abtransportiert. Die Bombe deutscher Bauart mit russischem Zünder war am vergangenen Mittwoch bei Bauarbeiten entdeckt worden - eine so genannte Beutebombe, wie Büchner erklärte. Dabei handele es sich um einen deutschen Sprengkörper, der erbeutet und mit einem neuen Zünder versehen wurde.
Der Sperrkreis in einem Radius von 300 Metern wurde aufgehoben. Etwa 3700 Menschen, die das Areal rund um den Fundort am Montagmorgen verlassen mussten, konnten in ihre Wohnungen und Arbeitsstätten zurück.
Die Stadt hatte für Menschen, die ein Ausweichquartier benötigten, drei Sporthallen zur Verfügung gestellt. Der Zulauf zur Turnhalle des Max-Steenbeck-Gymnasiums war demnach groß. Eine Turnhalle des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums stand deshalb ebenfalls zur Verfügung. In diesen zwei Hallen fanden sich etwa 120 Menschen ein.
Ein Rettungsbus der Feuerwehr, Rettungsdienst und Fahrzeuge von Cottbusverkehr brachten Menschen mit eingeschränkter Mobilität in eine Notunterkunft. Außerdem wurden 14 Menschen, die wegen Corona in Quarantäne sind, von der Feuerwehr in eine abgetrennte Unterkunft im Stadthaus untergebracht. Darunter waren acht positiv auf das Coronavirus Getestete.
Von der Evakuierung betroffen waren unter anderem das Technische Rathaus, das Einkaufszentrum Spree-Galerie, die Stadthalle, Teile des Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), eine Kita, eine Grundschule und ein Oberstufenzentrum.
Während der Evakuierung sorgte ein Unfall mit einer Leichtverletzten kurze Zeit für etwas Aufregung. Aus noch ungeklärter Ursache stieß die Autofahrerin mit einer Straßenbahn zusammen, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Leitstelle Lausitz war die Feuerwehr vor Ort, um ausgelaufenen Kraftstoff zu beseitigen. Die Straße musste wegen Rettungs- und Bergungsarbeiten kurzzeitig gesperrt werden.
Zudem musste die Polizei einem Hobbyfilmer auf die Finger klopfen. Der Anwohner hatte unerlaubt eine Kamera mit Blick auf die Fundstelle und die Arbeit der Sprengmeister installiert. Polizei und Ordnungsamt prüfen nun Konsequenzen gegen den Mann.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. März 2021 15:08 Uhr

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