Frühling in Brandenburg: Eis schlecken, Tierpark und baden

Frühling in Brandenburg: Eis schlecken, Tierpark und baden

Das frühlingshafte Wetter hat am Wochenende die Brandenburger ins Freie gelockt. Nach Tagen mit Dauerfrost und Schnee genossen in der Potsdamer Innenstadt viele Menschen bei bis zu 17 Grad die Sonnenstrahlen. Nicht alle trugen wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz, wie ein dpa-Reporter berichtete. Auf dem Wochenmarkt am Nauener Tor war es am Samstag demnach so voll wie vor der Corona-Zeit. Auch der Park Babelsberg war voller Besucher. Im Fürst-Pückler-Park Branitz in Cottbus und in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) waren am Wochenende ebenfalls zahlreiche Spaziergänger unterwegs. In der Oderstadt bereiteten zahlreiche Kleingärter ihre Frühjahrsbeete vor und der eine oder andere heizte auch den Grill an, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

Radler sitzen am Ufer eines Flusses

© dpa

Radler sitzen am Ufer eines Flusses.

Einen Besucheransturm erlebten die wieder geöffneten Wild- und Tierparks. Der Cottbuser Tierpark war nach Auskunft von Direktor Jens Kämmerling «gut belebt». Man merke die gute Stimmung darüber, endlich wieder draußen sein zu können. Die Besucher seien diszipliniert und hielten sich an die Maskenpflicht im Tierpark, berichtete er. Zunächst könnten Tiere in den Freigehegen besucht werden. Die Tierhäuser seien noch geschlossen.
Polar und Grauwölfe, Braunbären und Auerochsen: Auch die Tiere im Wildpark Johannismühle bei Baruth (Teltow-Fläming) hatten am Wochenende viel Besuch. «Wir sind gut beschäftigt», sagte Sprecher Jan Tayeb. Auch die Wildparks in Frankfurt (Oder) und Schorfheide (Barnim) freuten sich über viele Gäste, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. «Eine Besucherin sagte mir, sie sei froh, endlich mal wieder irgendwo Eintritt bezahlen zu können», berichtete Sprecherin Imke Heyter. Die Mitarbeiter des Parks waren nach der Entscheidung Brandenburgs über eine Öffnung von Zoos und Tierparks schnell aus der Kurzarbeit geholt worden. Alle Besucher, die selbst in Kurzarbeit seien, müssten nur den reduzierten Eintritt zahlen, betonte Heyter. Im Wildpark zu sehen sind derzeit unter anderem Luchse, Wisente, Elche und Fischotter.
Die Polizei verzeichnete am Samstag landesweit 83 coronabedingte Einsätze. In Rangsdorf (Teltow-Fläming) beendete die Polizei am Samstag eine Hochzeitsfeier in einer Wohnung mit 36 Personen. Am Sonntag zeichnete sich ein ähnliches Einsatzbild ab, schätzte Polizeisprecher Torsten Herbst. Die Zahl der Unfälle bewege sich trotz vieler Ausflügler im «normalen Rahmen».
Das freundliche Wetter sorgte dafür, dass die ersten Eisdielen im Land ihren Außer-Haus-Verkauf starteten. In der Wollestraße im Potsdamer Stadtteil Babelsberg standen Eisfans Schlange. Sie habe sich spontan zur Öffnung entschlossen, sagte die Eisladen-Inhaberin. In Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) verkauft der Laden «Eiszauberei» derzeit wegen Corona vor allem vitaminreiches Eis mit viel Frucht, wie Ladeninhaber Wolfgang Brasch berichtete - frei nach dem Motto: «Gut für die Seele und das Immunsystem.» Auch in Cottbus luden Eisverkäufer zum Schlecken von Soft- oder Kugeleis ein. In anderen Städten wie Beeskow (Oder-Spree) und in Zerpenschleuse (Barnim) steckten Eisverkäufer noch mitten in den Vorbereitungen.
Der Ziegenhof in Zollbrücke (Märkisch-Oderland) im Oderbruch war mit seinem Angebot von Ziegeneis außer Haus auf Tagestouristen vorbereitet. Zahlreiche Besucher seien an die Oder gereist, denn ihnen biete sich ein seltenes Schauspiel, berichtete Hof-Inhaber Michael Rubin. Bei warmen Temperaturen führe die Oder nach Dauerfrost derzeit noch immer Treibeis. Deutsche und polnische Eisbrecher sind nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) im Einsatz.
Während die Eisschollen noch auf der Oder treiben, machen sich die Eisbader fit für den Frühling - coronabedingt aber nicht gemeinsam: Die etwa 24 Mitglieder des Vereins «Brandenburger Eisbären» gingen derzeit zwar nicht in der Gruppe ins kalte Wasser wie sonst dreimal die Woche, aber jeder für sich ziehe das «Training» trotzdem durch, berichtete die Vereinsvorsitzende Jutta Tasche der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Vorrangiges Badeziel sei die Havel, aber auch umliegende Seen würden für das kalte Bad genutzt.
«Wenn draußen richtig Frost ist, ist das Wasser gefühlt warm», beschrieb Tasche ihr Badeerlebnis. Sie selbst und ihr Lebensgefährte gingen jeden Tag um 7.00 Uhr in den zwei Grad kalten Pool im Garten, in den zunächst ein Loch durch das etwa sechs Zentimeter dicke Eis gehackt werden musste, sagte die 76-Jährige.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 21. Februar 2021 15:27 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg