500 Polizisten bei Razzia gegen Clan-Mitglieder im Einsatz

500 Polizisten bei Razzia gegen Clan-Mitglieder im Einsatz

An der großen Razzia gegen kriminelle Mitglieder eines arabischstämmigen Clans und weitere Verdächtige sind am Donnerstag rund 500 Polizisten aus Berlin, Brandenburg und von der Bundespolizei beteiligt gewesen. Durchsuchungen gab es in den Stadtteilen Neukölln, Spandau, Wedding, Moabit, Schöneberg und Reinickendorf, wie die Polizei über Twitter mitteilte. Zwei Verdächtige wurden demnach verhaftet. Es gab 30 Durchsuchungsbeschlüsse, die an 22 Orten vollstreckt wurden.

Großrazzia gegen Clankriminalität - Drogen- und Waffenhandel

© dpa

Ein Mann wird bei einer Razzia, mit einer Decke über dem Kopf, von der Polizei abgeführt.

Fotos zeigten, wie zahlreiche vermummte Polizisten sich vor Mietshäusern postiert hatten. Andere Polizisten führten einen Mann ab. Der Verdächtige trug eine Decke über dem Kopf, damit sein Gesicht nicht fotografiert werden konnte.
Berliner Zeitung (1)
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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, der Rechtsstaat müsse zeigen, «dass er präsent ist und sich Organisierte Kriminalität nicht lohnt». Zwischen neuen tschetschenischen Banden, die zunehmend aktiver würden, und bestehenden Gruppen sei eine «extreme Konkurrenzsituation um kriminelle Geschäftsfelder entstanden, bei der die Beteiligten auch vor schwersten Gewalttaten und Waffeneinsatz nicht zurückschrecken». Mitglieder arabischer Großfamilien seien in vielen Bereichen aktiv und würden in mehreren OK-Ermittlungskomplexen auftauchen.
Bei der Razzia ging es um organisierten Waffen- und Drogenhandel, Körperverletzungen sowie Ermittlungen des Finanzamtes zu Steuerhinterziehungen und anderen Delikten. Mitglieder eines bekannten Clans und Tschetschenen waren im November 2020 mehrfach gewalttätig aufeinander losgegangen. Vor zwei Jahren stellten der Berliner Senat und die Kriminalpolizei einen Fünf-Punkte-Plan gegen die Clankriminalität vor.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2021 11:20 Uhr

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