«Kurtchen Rotschnabel» ist zurück

«Kurtchen Rotschnabel» ist zurück

Der Storch scheint kein all zu verlässlicher Frühlingsbote mehr zu sein: Noch sind die Schneemassen nicht geschmolzen, aber «Kurtchen Rotschnabel» ist als einer der ersten Störche schon nach Brandenburg zurückgekehrt.

Storch im Nest

© dpa

Ein Weißstorch hat nach seiner Rückkehr aus dem Winterquartier sein Nest bezogen.

Er sei erstmals am Montag in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) gesehen worden, teilte der Verband Naturfreunde Deutschlands am Dienstag mit. «Kurtchen startet bereits nach einer kurzen Erholungsrast zum Essen ins Oderbruch, so dass er noch nicht all zu oft auf dem Nest zu sehen ist», hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Störche werden eigentlich erst Ende März in Brandenburg erwartet

«Vielleicht hat er es im Gespür, dass es wärmer wird», sagte Verbandsvorsitzender Bernd Müller der Deutschen Presse-Agentur. Der Storch gehört immer zu den ersten Rückkehrern, so Weißstorchexperte Bernd Ludwig vom Nabu. Der Vogel überwintere in Spanien. Allgemein kehren die Störche erst Ende März oder Anfang April nach Brandenburg zurück.

Nestbau für «Erna Schwarzfeder»

Im vergangenen Jahr war «Kurtchen» laut Verband am 10. Februar zuerst gesichtet worden. Meist komme er aber zwischen Ende Februar und Anfang März an. Wenn er sich vom langen Flug gut gestärkt habe, gehe es an den Nestbau für seine langjährige Partnerin «Erna Schwarzfeder». Das Storchenpaar wurde nach Verbandsangaben nach den beiden Freienwalder Naturschützern Kurt und Erna Kretschmann benannt.

Derzeit gibt es vier «Winterstörche» in Brandenburg

Weißstörche verbringen den Winter statt im fernen Süden mittlerweile auch in Brandenburg oder kehren bereits in der Winterzeit zurück. Laut Nabu-Storchenexperte Ludwig gibt es derzeit vier «Winterstörche», davon zwei in der Prignitz, die seit September und zumindest bis zum Schneeeinbruch in Vehlow und Cumlosen gesichtet wurden. Ein Storch blieb ihm zufolge den Winter über in Luckenwalde (Teltow-Fläming) und versorgte sich im dortigen Tierpark mit Nahrung. Und ein weiterer Adebar halte es trotz Kälte in Körzin aus, einem Ortsteil von Beelitz (Potsdam-Mittelmark), berichtete Ludwig.

Verletzter Weißstorch zieht nach Sachsen-Anhalt um

Ein Weißstorch der - statt in den Süden zu fliegen - wegen eines verletzten Flügels zunächst in Herzberg (Elbe-Elster) überwintert hatte, ist inzwischen nach Sachsen-Anhalt umgezogen. Nach Angaben der Storchenbeauftragten des Naturschutzvereins «Elsteraue» Falkenberg, Sabine Lehmann, habe ihn der Storchenhof Loburg aufgenommen, nachdem das Tier auf einem Friedhof in der Stadt Wittenberg gesichtet worden war. Der Storchenhof hatte Anfang Februar auf seiner Internetseite von einem Weißstorch als erstem Neuzugang des Jahres 2021 berichtet. Nach dem Abgleichen von Bildern sei das unzweifelhaft der Herzberger Weißstorch, sagte Lehmann, die sich mit dem Storchenhof darüber verständigt hatte.

Keine optimalen Futterbedingungen für «Schwarzweißchen»

Lehmann erklärt sich den waghalsigen Flug des gehandicapten Storches von etwa 45 Kilometern nach Sachsen-Anhalt mit dem Instinkt es Tieres, dort Futter zu finden. Der Süden Brandenburgs war in den vergangenen Wochen tief verschneit. «Schwarzweißchen», wie ihn Kitakinder in Herzberg getauft hatten, habe sich auf die Suche nach besseren Bedingungen gemacht, sagte Lehmann, die insgesamt 40 Storchennester in der Region betreut. Nachdem das Tier längere Zeit nicht aufgetaucht war, hatte sie sich gesorgt. Der ungewöhnliche Gast hatte sich wegen seines Handycaps seit Oktober in Herzberg aufgehalten, zur Freude der Einwohner. Unter anderem hatte sich Adebar einen Horst direkt am Landratsamt gesucht.

In Brandenburg gibt es insgesamt zwölf Störchendörfer

Der Storch wurde nach Angaben des Storchenhofs Loburg in einer Tierklinik in Wittenberg wegen seines hängenden Flügels untersucht. Damit müsse er jetzt leben, sagte Lehmann. «Es wird ein Storch sein, der wohl immer hierbleibt», statt mit den anderen Weißstörchen in den Süden zu ziehen. Die Storchenbeauftragte hofft, dass Adebar nach der Pflege wieder zurück nach Herzberg kommt. Unwahrscheinlich sei das nicht. In Brandenburg gibt es insgesamt zwölf Storchendörfer. Sie beherbergen mindestens fünf Brutpaare. Bekannt sind dafür etwa die Orte Linum (Ostprignitz-Ruppin) und Rühstädt im Kreis Prignitz.
Storchendorf Rühstädt
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Tipp: Storchendorf Rühstädt

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Storch in Brandenburg
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Fotos: Störche in Brandenburg

In keinem Bundesland gibt es mehr Störche als in Brandenburg. Beobachten kann man "Meister Adebar" zwischen Mitte März und Ende August. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Februar 2021 09:17 Uhr

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