Entsorgung nicht genutzter Impfdosen: Bericht wird geprüft

Entsorgung nicht genutzter Impfdosen: Bericht wird geprüft

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) prüft einen Medienbericht, wonach in Impfzentren größere Mengen von Impfdosen vernichtet worden sein sollen. Man werde dem nachgehen, sagte KVBB-Sprecher Christian Wehry der Deutschen Presse-Agentur am Freitag dazu. Er sagte zudem: «Davon habe ich keine Kenntnis und kann das auch so nicht nachvollziehen». Er habe von dem mutmaßlichen Vorgang aus der Zeitung erfahren.

Ein Fläschchen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer wird gezeigt

© dpa

Ein Fläschchen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer wird gezeigt.

Die «Märkische Oderzeitung» berichtete zuvor in ihrer Online-Ausgabe, dass unter anderem im Impfzentrum in Oranienburg in den zurückliegenden Wochen offenbar größere Mengen von nicht verbrauchtem Impfstoff im Müll landeten. Der Zeitung liege dazu ein internes Protokoll von KVBB-Mitgliedern vor, hieß es. Grund für die Entsorgung der Impfdosen sei eine fehlerhafte Planung und mangelhafte Kommunikation der Verantwortlichen, heißt es in dem Zeitungsbericht.
Wehry sagte, die Kollegen vor Ort würden alles tun, damit die Impfdosen vollständig zum Einsatz kämen. Damit kein Impfstoff verworfen werden muss, gebe es für die Impfzentren einen strengen Impfdosenbestellprozess. Unter anderem erfolge die tägliche Bestellung des Impfstoffbedarfs auf Basis der geplanten Termine. Die Restmenge des laufenden Tages werde bei der Bestellung am nächsten Tag abgezogen. Dadurch wird Wehry zufolge verhindert, dass Impfstoff verfällt.
V2 Logo Hellbach 300 x 225 Pixel für Berlin 2-2021.jpg
© Künstliche Augen Hellbach OHG

Hochwertige Augenprothesen aus Meisterhand

Individuelle Augenprothesen aus Glas seit 100 Jahren: Diese fertigt der Familienbetrieb "Künstliche Augen Hellbach" ab 2021 auch in Berlin. Jetzt einen Termin vereinbaren! mehr

Auch das Gesundheitsministerium weiß nichts von derartigen Vorgängen. «Nach Rücksprache mit dem Leiter des Impfzentrums Oranienburg können wir den erhobenen Vorwurf nicht bestätigen», teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. In seltenen Einzelfällen seien Verunreinigungen festzustellen, die zum Verwurf führen. Ein Verwurf von «größeren Mengen» sei dem Ministerium nicht bekannt, weder in Oranienburg noch in anderen Impfzentren.
Für den Umgang mit Restdosen hat das Ministerium eine Anweisung an die Impfzentren, die mobilen Teams und Krankenhäuser gegeben. Diese sehe vor, dass zunächst geprüft werden muss, ob kurzfristig Personen der höchsten Priorität zum Beispiel in Pflegeheimen geimpft werden können. Nur wenn dies nicht möglich ist, könne auf Personen weiterer Prioritätsstufen ausgewichen werden. Dazu sind dem Ministerium zufolge Wartelisten in den Impfzentren zu bilden. Oberste Priorität habe, dass kein Impfstoff verfallen soll.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Februar 2021 17:44 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg