Brandenburg gedenkt der Opfer von Gewalt und Hetze

Brandenburg gedenkt der Opfer von Gewalt und Hetze

In Brandenburg ist am Mittwoch (27. Januar 2021) der Opfer des Nationalsozialismus und von Gewalt gedacht worden.

Digitales Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

© dpa

Stiftungsdirektor Axel Drecoll legt am Gedenkort "Station Z" auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen (Brandenburg) einen Kranz nieder. In der Gedenkstätte fand eine digitale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus statt.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke warnte vor Gewalt und Hetze im Alltag. «Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist eine Gefahr, gegen die es einen Impfstoff gibt. Aber Antisemitismus, Diskriminierung von Minderheiten und rassistische Gewalt und Hetze sind Gefahren für unser gesamtes gesellschaftliches Leben, denen sich jeder Einzelne selbst widersetzen muss», sagte sie im Potsdamer Landtag. Man müsse die Auseinandersetzung führen und widersprechen, wenn von einer «Corona-Diktatur» die Rede sei, die es nicht gebe.

Landtag und Gedenkstätte Sachsenhausen gedenken gemeinsam online

Da eine Präsenzveranstaltung vor Ort wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht möglich war, hielten die Gedenkstätte Sachsenhausen und der Landtag gemeinsam eine Online-Veranstaltung ab. «Nie wieder» betonten auf Twitter die beiden Grünen-Minister Ursula Nonnemacher (Gesundheit) und Axel Vogel (Agrar) anlässlich des Holocaust-Gedenktages - besonders in einer Zeit, in der Antisemitismus und Populismus erstarkten.

Axel Drecoll: Blick auf die Beteiligung der Gesellschaft an NS-Verbrechen lenken

Der Gedenktag sollte auch den Blick auf die breite Beteiligung der Gesellschaft an den NS-Verbrechen lenken, sagte Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. «Gerade diese Verstrickung oder bestenfalls indifferente Haltung der Mehrheitsgesellschaft sollte uns auch heute noch beunruhigen», betonte er. Sie führe die Fragilität, die Zerbrechlichkeit des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates deutlich vor Augen.
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Mehrheit des Landtags will Anti-Rassismus-Initiativen weiter unterstützen

Die Mehrheit des Landtags bekannte sich dazu, Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weiter zu unterstützen und die historisch-politische Bildung auszubauen. Der Anspruch sei, verfassungsfeindliche Bestrebungen jeglicher Art frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen, heißt es in dem Antrag von CDU, SPD, Grünen und der Linken. Die AfD-Fraktion enthielt sich der Stimme.

27. Januar ist seit 2005 Internationaler Holocaust-Gedenktag

Die Nationalsozialisten und ihre Helfer ermordeten während des Zweiten Weltkriegs rund sechs Millionen Juden. Die Vereinten Nationen legten 2005 den Internationalen Holocaust-Gedenktag auf den 27. Januar fest. Die Rote Armee befreite an diesem Tag 1945 das Konzentrationslager Auschwitz. In Brandenburg war mit Sachsenhausen eines der größten Konzentrationslager angesiedelt, in Ravensbrück das größte deutsche Konzentrationslager für Frauen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. Januar 2021 16:12 Uhr

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