Schüler erforschen Geschichte von KZ-Außenlager Retzow

Schüler erforschen Geschichte von KZ-Außenlager Retzow

An der Mecklenburgischen Seenplatte haben Schüler und Historiker die Geschichte eines Außenlagers des KZ Ravensbrück neu erforscht. Wie der Projektträger RAA-MV am Dienstag in Waren mitteilte, handelt es sich um das Außenlager Retzow bei Rechlin. Dort waren von 1943 und 1945 Hunderte Männer und Frauen als KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesperrt. Die Ergebnisse flossen in die Neugestaltung der Gedenkstätte in Retzow und in umfassende Unterrichtsmaterialien für Schulen ein. Auch zwei Filme entstanden, in denen auch eine ungarische Jüdin als eine der letzten Überlebenden aus Retzow porträtiert wurde, wie Projektleiterin Constanze Jaiser sagte.

Ein Klassenraum

© dpa

Ein leerer Klassenraum.

In Retzow waren während des Zweiten Weltkrieges erst Zwangsarbeiter und ab 1943 KZ-Häftlinge in Baracken eingesperrt. Sie arbeiteten in einer großen Lufwaffenerprobungsstelle südlich der Müritz. Mitte 1944 wurden die Männer in den Harz abgezogen, dann kamen Frauen aus dem KZ Ravensbrück. «Es sollen bis zu 3000 Frauen dort gewesen sein, was viele nicht überlebten», erklärte Jaiser. Es habe mehrere Massengräber gegeben.
Mit den Unterrichtsmaterial wolle man Lehrkräften Mut machen, sich mit Schülern selbst auf eine spannende Spurensuche zu machen. Die neu gestaltete Gedenkstätte markiert unter anderem die Fundamente der Häftlings- und SS-Baracken. Eine Freiluftausstellung zeigt Ergebnisse der Forschung. In der Mitte steht eine Stele, auf der etwa 500 Namen inhaftierter Frauen eingraviert sind. Hier sollen weitere Namen hinzukommen, da eine Liste mit Namen von 800 Häftlingen gefunden wurde. Die ursprüngliche Gedenkstätte war über die Wendezeit hinweg verfallen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. Januar 2021 14:56 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg