Covid-19-Patienten nach Berlin und Sachsen-Anhalt verlegt

Covid-19-Patienten nach Berlin und Sachsen-Anhalt verlegt

Wegen einer steigenden Zahl von Covid-19-Patienten sind in Brandenburg insgesamt 61 Patienten in Krankenhäuser nach Berlin und Sachsen-Anhalt verlegt worden. Koordiniert von der Leitstelle Lausitz würden 51 Patienten aus Südbrandenburg in Berliner Krankenhäuser verlegt, teilte die Stadt Cottbus am Freitag mit. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) ergänzte am Mittag, dass zehn weitere Patienten in Kliniken in Sachsen-Anhalt verlegt worden seien.

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Ein Wattestäbchen eines Corona Abstriches wird bearbeitet.

Unter den Patienten aus Südbrandenburg seien 13 aus dem örtlichen Carl-Thiem-Klinikum sowie weitere Patienten aus Krankenhäusern in Senftenberg, Finsterwalde und Lübben, teilte die Stadt Cottbus mit. Die Erkrankten wurden in Covid-19-Abteilungen, aber nicht auf Intensivstationen behandelt. Beteiligt an den Verlegungen sind Krankentransporter der Johanniter, des Deutschen Roten Kreuzes und des Katastrophenschutzes.
Mit der Aktion sollen die Kliniken in den Brandenburger Hotspot-Landkreisen entlastet werden. Mit 518,5 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche verzeichnete der Landkreis Elbe-Elster am Freitag den höchsten Wert. Danach folgten die Landkreise Oberspreewald-Lausitz mit 446,2 und Spree-Neiße mit 444,1. Alle drei Landkreise liegen im Süden Brandenburgs.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke dankte dem Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) am Freitag in einem persönlichen Schreiben. «Damit erhalten die Patientinnen und Patienten eine optimale Versorgung und unsere Krankenhäuser, besonders das medizinische Personal, werden entlastet», schrieb Woidke.
Wegen des drohenden Engpasses in den Kliniken hatte Nonnemacher in Berlin um Unterstützung gebeten. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte dies am Donnerstag zugesagt. «Wir haben in Berlin rund 2300 Betten auf Normalstationen frei», sagte sie. Nonnemacher hatte am Donnerstag angekündigt, möglicherweise auch Sachsen-Anhalt um Hilfe zu bitten. Anfang kommender Woche sollen auch 30 Patienten aus Sachsen und Thüringen nach Sachsen-Anhalt verlegt werden, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag in Magdeburg ankündigte.
Schon vor Wochen hatten die Länder verabredet, einander bei der Behandlung von Corona-Patienten unter die Arme zu greifen, um die Überforderung einzelner Krankenhäuser aufzufangen. Dafür wurde Deutschland in fünf Regionen unterteilt, die Kleeblätter genannt werden. Im Osten bilden Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg eine Unterstützungsregion.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Dezember 2020 17:26 Uhr

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