Nonnemacher warnt vor Überlastung von Kliniken

Nonnemacher warnt vor Überlastung von Kliniken

Die Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen in Brandenburg könnten aus Sicht von Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen. «Es ist jetzt schon so eng, dass wir uns ganz, ganz große Sorgen machen müssen (...)», sagte die Grünen-Politikerin am Samstag dem Inforadio des rbb.

Nonnemacher warnt vor Überlastung von Kliniken

© dpa

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Brandenburger Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.

Beim Höchstwert von 972 gemeldeten Neuinfektionen am Freitag im gesamten Land seien zwei Landkreise mit ihrer Zahl der Ansteckungen noch gar nicht erfasst worden. Sie gehe deshalb von über tausend neuen Erkrankungen aus, sagte Nonnemacher weiter. Das mache sich aber erst in zehn bis 14 Tagen in den Intensivstationen der Kliniken bemerkbar, warnte sie. «Wir müssen immer in die Zukunft denken». Derzeit würden sich die Kliniken über regionale Netzwerke untereinander helfen. Patienten müssten aber bereits in andere Krankenhäuser verlegt werden, weil es lokal zu Engpässen komme, räumte sie ein.
Der Süden Brandenburgs verzeichnet derzeit die höchsten Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Hotspot ist der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 465,4 (Stand Freitag). Die Kliniken im Süden schlagen Alarm. Das größte Krankenhaus, das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und auch das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) haben einen Hilfeaufruf an die Bevölkerung gestartet, weil sie zur Versorgung von Covid-Patienten Personal brauchen. Rückmeldungen gab es laut Kliniken bereits.
Mit Blick auf den Personalmangel im Gesundheitsbereich sprach sich die Ministerin für ein «Böllerverbot» zu Silvester aus. Sie sei in ihrem Leben als Ärztin oft Notdienste gefahren. Die Krankenhäuser seien jetzt schon überlastet, in der Silvesternacht gebe es erfahrungsgemäß einen «Massenanfall» an zu behandelnden Verletzten, schätzte Nonnemacher ein. Sie forderte zum «Böllerverbot» eine deutschlandweit einheitliche Linie.
Die Länderchefs wollen an diesem Sonntag (ab 10.00 Uhr) mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über schärfere Corona-Regeln beraten. Einige Länder haben bereits weitreichende Beschränkungen erlassen. So soll etwa in Sachsen am Montag ein Lockdown beginnen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 12. Dezember 2020 10:54 Uhr

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