Kliniken in Südbrandenburg an der Belastungsgrenze

Kliniken in Südbrandenburg an der Belastungsgrenze

Kliniken im Süden Brandeburgs gelangen wegen steigender Corona-Infektionszahlen an ihre Belastungsgrenzen. Im größten Krankenhaus der Region, dem Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum, hat sich die Lage in der Intensivpflege nach Angaben der Einrichtung dramatisch zugespitzt. Die Personalsituation sei dort äußerst angespannt - auch weil 50 Mitarbeiter selbst mit dem Coronavirus infiziert seien. Planbare Operationen oder Eingriffe seien bis auf Weiteres ausgesetzt, Notfälle und Krebspatienten würden aber weiterhin behandelt.

Ein Beatmungsgerät steht neben einem Bett auf der Intensivstation

© dpa

Ein Beatmungsgerät steht neben einem Bett auf der Intensivstation

Im Klinikum werden den Angaben zufolge insgesamt 59 Patienten intensivmedizinisch behandelt, 16 liegen mit Covid-19 auf der Intensivstation; 43 Patienten ohne Corona-Erkrankung werden zusätzlich intensivmedizinisch versorgt. Für die Versorgung der pflegeintensiven Covid-Patienten wird aufgrund von Schutzmaßnahmen dreimal so viel Personal wie für die normale Patientenversorgung benötigt.
Um die Intensivstation zu entlasten, wurden bereits einige beatmete Patienten ohne eine Covid-Erkrankung vom Sana-Herzzentrum aufgenommen. Zehn Covid-19-Patienten, die nicht beatmet werden, wurden am Freitag ins Krankenhaus nach Forst verlegt.
Auch im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg hat sich durch die wachsende Sieben-Tage-Inzidenz von Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Landkreis Oberspreewald-Lausitz die Personalsituation verschärft. Um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, werden Mitarbeiter demnach gebeten, geplanten Urlaub auf freiwilliger Basis zu verschieben. Medizinisch ausgebildetes Personal, das bislang vorrangig in administrativen Bereichen tätig war, soll nach Möglichkeit für die Patientenversorgung eingesetzt werden.
Mit Stand Donnerstag sind in Senftenberg 47 Covid-19-Patienten in Behandlung, sechs von ihnen liegen auf der Intensivstation. Die Zahl der schweren Verläufe und Sterbefälle nehme zu, meldete das Krankenhaus. Man sei kurz vor einem Aufnahmestopp. «Die Situation ist für Ärzte und Pflegekräfte schwer auszuhalten», sagte Geschäftsführer Tobias Vaasen. Die Mitarbeiter benötigten zum Teil psychologische Unterstützung, um mit der Situation fertig zu werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 4. Dezember 2020 16:46 Uhr

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